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Harz: Frau gelingt irres Foto! „Beängstigend, aber auch atemberaubend“

Eine Frau macht sich auf den Weg, um ein verschwundenes Dorf im Harz zu entdecken. Sie findet dessen Spuren – und ist sehr bewegt von dem Anblick…

© IMAGO / Westend61

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Tanja hat sich auf den Weg zur Okertalsperre im Harz gemacht. Was sie dort sah, bewegte sie – im doppelten Sinne.

Eigentlich wollte sich Tanja im Harz auf die Suche nach Spuren eines versunkenen Dörfchens machen. Allerdings machte ihr das Wetter einen Strich durch die Rechnung. In Erinnerung bleiben dürfte ihr der Ausflug dennoch…

Harz: Altes Dorf taucht auf

Die Trockenheit der letzten Wochen hatte den Pegel der Okertalsperre so tief sinken lassen wie zuletzt 1960. Die Überreste des 300 Seelen-Dorfs „Alt-Schulenberg“ waren daher vor Weihnachten überraschend wieder aufgetaucht – man konnte an der Okertalsperre Mauerreste, Keller, einen Brunnen und sogar alte Brücken entdecken. Dieses „Phänomen“ lockte auch in den Vorjahren immer wieder Neugierige, Wanderer und Touristen an, sagte ein Sprecher der Harzwasserwerke zu News38.

Die Okertalsperre im Harz ist ein manchmal mystischer Ort...
Die Okertalsperre im Harz ist ein manchmal mystischer Ort… Foto: Harzernaturmädel

Hintergrund: Die Alt-Schulenberger waren im Jahr 1954 umgesiedelt worden. Ihr Dorf musste der Talsperre weichen. Die Häuser wurden bis auf die Grundmauern abgerissen. Anschließend wurde das Tal erstmals geflutet. Doch die niederschlagsarmen Jahre haben ihre Geschichte immer mal wieder kurz aufleben lassen. Das wollte auch Tanja sich nicht entgehen lassen. Allerdings hatte es in den Tagen vor ihrem Ausflug getaut, so dass man von dem Dörfchen nichts mehr sehen konnte.

Für Tanja war das aber alles halb so schlimm: „Wir machten uns weiter ins flachere Gebiet auf. Dort fanden wir ein atemberaubenden Anblick vor: Einen Teil des Grundes der Okertalsperre“, schreibt sie News38. Auf dem freigelegten Grund habe man auch noch erkennen können, wo früher Wald und Wege waren. „Somit war uns klar, dass wir nah an Alt-Schulenberg dran waren und wir uns auf einem kleinen Teil der Spuren des Dorfs befanden.“

Harz: „Schon sehr, sehr lange kein Wasser“

Was Tanja sehr überraschte, war die leere Talsperre. Der Anblick habe sie erschrocken. „Dass sie nicht vollständig gefüllt ist, war mir bewusst. Aber, dass sie teilweise so aussieht, hat mich schon sehr bewegt. Zumal in der Talsperre sogar neues Leben wächst. Für mich ein Zeichen, dass genau an diese Fleckchen Erde schon sehr, sehr lange kein Wasser war.“

Dieses Foto polarisierte richtig bei Facebook. Foto: Harzernaturmädel

Ein Foto der Okertalsperre hat sie in einer Facebook-Gruppe geteilt. „Beängstigend, aber zugleich auch atemberaubend“, schreibt sie da. In der Gruppe stieß das Foto auf große Resonanz. Es polarisierte geradezu. Damit habe sie gar nicht gerechnet, sagt Tanja zu News38. Einige Leute sind fasziniert von dem Anblick und wollen selbst mal zur Okertalsperre fahren. Andere machen sich sorgen und sind alarmiert. Wieder andere sagen, dass so eine leere Talsperre im Winter ganz normal sei.


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Letzteres stimmt nicht. Die Harzwasserwerke sagen, dass die Talsperren im Schnitt derzeit nur zu gut 38 Prozent gefüllt sind. Normalerweise seien sie zu dieser Zeit um gut 68 Prozent voll. „Wir registrieren wir an unseren Wetterstationen vor allem im Einzugsgebiet der Okertalsperre seit einigen Jahren einen abnehmenden Niederschlagstrend“, sagte ein Sprecher.