Helmstedt 

Aus von Kraftwerk Buschhaus: Jetzt gibt's Kohle vom Land

Das Kraftwerk Buschhaus: Bis Ende September produziert es noch Strom - danach geht der Ofen aus.
Das Kraftwerk Buschhaus: Bis Ende September produziert es noch Strom - danach geht der Ofen aus.
Foto: Ansichtswechsel.de/Wikipedia

Helmstedt/Büddenstedt. Es sind die letzten Tage am Netz: Das Braunkohlekraftwerk Buschhaus bei Helmstedt stellt zum 1. Oktober nach gut 31 Jahren seinen Betrieb ein. Zwar wird Buschhaus noch vier Jahre lang in der sogenannten Kaltreserve bleiben und kann damit bei Ausfall anderer Kraftwerke oder in besonders strengen Wintern mit hohem Energiebedarf wieder angefahren werden - doch eine Zukunft hat der auf Büddenstedter Gemarkung stehende Kohlemeiler nicht mehr.

Eine Million Euro aus der Landeskasse

Die Folge: Etwa 200 Mitarbeiter im Kraftwerk selbst sowie weitere 200 im bisherigen Braunkohletagebau im Revier Helmstedt verlieren nach und nach ihre Stellen. Um diese Folgen abzufedern und neue Perspektiven für die von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten aufzubauen, will das niedersächsische Wirtschaftsministerium den Landkreis Helmstedt mit bis zu einer Million Euro unterstützen.

Das teilte das Wirtschaftsministerium am Montag, 19. September, nach einem Gespräch zwischen Wirtschaftsminister Olaf Lies und dem Ersten Kreisrat Hans Werner Schlichting (beide SPD) mit. Mit dem Geld will der Landkreis "Projekte zur Steigerung der Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaftsstruktur" entwickeln und umsetzen. Unter anderem sollen Existenzgründungen gefördert und landkreisübergreifende Kooperationen unterstützt werden.

Kohleförderung ruht schon seit Ende August

Ursprünglich sollte Buschhaus noch bis zum Jahr 2030 am Netz bleiben. Die Helmstedter Revier GmbH als Betreiberin und ihre Muttergesellschaft MIBRAG AG hatten auf Druck der Bundesregierung aber die Stilllegung beschlossen; damit gehört Buschhaus zu jenen Kohlekraftwerken, die zugunsten der Klimaschutzziele und der dafür nötigen Reduzierung des CO2-Ausstoßes abgeschaltet werden. Bislang blies Buschhaus nach Betreiberangaben jährlich 2,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft.

Bereits am 30. August endete die Kohleförderung im Tagebau Schöningen; er war die letzte aktive Grube im Helmstedter Revier und versorgte Buschhaus mit Brennstoff. Seit Beginn der Förderung im Jahr 1979 hatten die Bagger 54,5 Millionen Tonnen Kohle aus der Erde geholt.