Helmstedt 

Weddeler Schleife: FDP will Verbandschef vorladen

Zwischen Braunschweig und Wolfsburg soll es nach dem zweigleisigen Ausbau der Weddeler Schleife einen 30-Minuten-Takt der Bahn geben (Symbolbild).
Zwischen Braunschweig und Wolfsburg soll es nach dem zweigleisigen Ausbau der Weddeler Schleife einen 30-Minuten-Takt der Bahn geben (Symbolbild).
Foto: dpa
  • Wut über fehlende Anbindung des Landkreises Helmstedt.
  • FDP-Vorsitzender: Brandes soll sich vor Kreistag rechtfertigen.
  • Regionalverband als Lobbyverband der Oberzentren?

Helmstedt/Lehre. Die FDP im Landkreis Helmstedt will sich nicht damit abfinden, dass es beim zweigleisigen Ausbau der Weddeler Schleife weder eine Station auf dem Gebiet der Gemeinde Lehre noch eine "Helmstedter Kurve" geben soll. "Es kann nicht sein, dass der Landkreis Helmstedt von dem größten Infrastrukturprojekt der vergangenen und kommenden Jahre in keiner Weise profitiert", schimpft Kreisvorsitzender Lars Alt.

Verbandsdirektor soll sich rechtfertigen

Gleichzeitig kündigte er an, Hennig Brandes, den Verbandsdirektor des für die Planung zuständigen Regionalverbands Großraum Braunschweig vor den Helmstedter Kreistag zu laden: "Wir wollen, dass der Verbandsdirektor in der öffentlichen September-Sitzung erklärt, warum der Landkreis Helmstedt mit dem Ausbau der Weddeler Schleife weder eine mögliche Direktverbindung mit der Bahn nach Wolfsburg noch einen Haltepunkt in Lehre erhält."

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"Lobbyvereinigung der Oberzentren"

Landrat Gerhard Radeck (CDU) hatte vor wenigen Tagen eingeräumt, dass der Zug für seinen Landkreis wohl abgefahren ist. Zwar hatte er sich in seinem Landrats-Wahlkampf 2016 dafür eingesetzt, dass eine "Helmstedter Kurve" eine Direktverbindung zwischen Helmstedt und Wolfsburg ermöglichen soll - jedoch sind dafür die Planungen offenbar schon zu weit fortgeschritten.

FDP-Kreischef Alt wird dem Regionalverband nun vor, die insgesamt 150 Millionen Euro "einseitig zur Verbesserung der Verbindung zwischen Braunschweig und Wolfsburg" zu nutzen. Jedoch dürfe der "Regionalverband nicht immer mehr zu einer Lobbyvereinigung der Oberzentren verkommen". Kleinstädte würden "bewusst kleingehalten", schimpft der Liberale.