Helmstedt 

Angriff im Flüchtlingsheim: Vorarbeiter tritt Asylbewerber

Die Polizei musste zahlreiche Kräfte zusammenziehen, um nach dem Angriff im Flüchtlingswohnheim den betrunkenen Vorarbeiter und seine Kollegen dingfest machen zu können (Symbolbild).
Die Polizei musste zahlreiche Kräfte zusammenziehen, um nach dem Angriff im Flüchtlingswohnheim den betrunkenen Vorarbeiter und seine Kollegen dingfest machen zu können (Symbolbild).
Foto: dpa

Mariental. Ein größerer Polizeieinsatz hat im eigentlich beschaulichen Mariental für Aufsehen gesorgt. Grund war eine - noch immer rätselhafte - Angriff in der dortigen Asylbewerber-Unterkunft.

Wie die Wolfsburger Polizei am Montagabend berichtete, war der 35-jährige Vorarbeiter einer Gruppe von Gastarbeitern am Sonntagvormittag in stark alkoholisiertem Zustand "zu Besuch" ins Flüchtlingswohnheim gegangen. Einen ihm zufällig über den Weg laufenden 23-jährigen Sudanesen habe er dann sofort mit Schlägen und Tritten attackiert.

Arbeiter solidarisieren sich

Danach sei der von vier weiteren, ebenfalls alkoholisierten Arbeitern begleitete Angreifer in ihre eigenen Wohnungen geflüchtet, teilte Polizeisprecher Sven-Marco Claus mit. Weil sich die übrigen Mitglieder der Arbeitertruppe dort mit ihrem Chef solidarisierten, zog die Leitstelle nicht nur weitere Einsatzkräfte der Inspektion Wolfsburg-Helmstedt, sondern auch aus der Region zusammen.

18 Beteiligte und Zeugen

Erst als alle Beamte vor Ort waren, haben die Ordnungskräfte die Identität von 18 Beteiligten und Zeugen klären können. Ein Atemalkoholtest bei dem 35-jährigen Angreifer habe 1,99 Promille ergeben.

Der Hintergrund des Vorfalls sei noch völlig unklar, die Ermittlungen dauern an. Der Vorarbeiter habe bei einer ersten Vernehmung "in gebrochenem Deutsch" zugegeben, den Sudanesen geschlagen und getreten zu haben.