Helmstedt 

Mehr als nur eine Moschee: "Jeder ist willkommen"

Freuen sich über jeden Gast: (v.l.) Temel Keskin (Jugendbeauftragter), Samet Kir (Jugendbeauftragter), Kader Cicek (Frauenbeauftragte), Nilgün Sanli (stellvetretende Vorsitzende), Huseyin Keskin (erster Vorsitzende) und Necati Ates (stellvertretender Vorsitzender).
Freuen sich über jeden Gast: (v.l.) Temel Keskin (Jugendbeauftragter), Samet Kir (Jugendbeauftragter), Kader Cicek (Frauenbeauftragte), Nilgün Sanli (stellvetretende Vorsitzende), Huseyin Keskin (erster Vorsitzende) und Necati Ates (stellvertretender Vorsitzender).
Foto: Tobias Schneider

Königslutter. Interessiert schaut sich ein Pärchen den Gebetsraum in der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Königslutter an. Besonders die Gebetsnische ziehen die Blicke auf sich. Die Gemeinde an der Bahnhofsstraße lädt zum Tag der offenen Moschee ein.

Für alle offen

"Wir wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen und Vorurteile beseitigen", sagt Huseyin Keskin, erster Vorsitzender der Gemeinde. Dabei geht die Gemeinde das ganze Jahr schon ganz offen mit Gästen um.

"Jeder ist hier willkommen. Wir zeigen gerne unsere Gebetsräume und führen im Haus herum. Leider trauen sich viele Menschen nicht, uns einfach danach zu fragen", sagt Keskin.

Tipps für Flüchtlinge

Besonders durch die zugezogenen Flüchtlinge verzeichnet die Gemeinde mehr Besucher. "Bei uns steht die Integration im Mittelpunkt. Das fängt schon bei den Jüngsten an, aber vor allem die erste Generation, welche damals als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen sind, können den Geflüchteten aus eigener Erfahrung erzählen und ihnen etwas mitgeben"; sagt Nilgün Sanli, stellvetretende Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Gemeinde.

Jedes Jahr findet der offizielle Tag der offenen Moschee statt - und in Königslutter wird der immer gut angenommen. "Wir haben teilweise sogar Stammgäste, die schon weit im voraus fragen, wann endlich wieder der Tag stattfindet"; sagt Jugendbeauftragter Temel Keskin.

Und viele Gäste tümmelten sich schon in der Mittagszeit vor der Moschee bei heißem Tee und selbtgemachten Speisen.

Unsere Heimat

Die Gemeinde bezeichnet sich selbst als sehr fortschrittlich. "Wir haben eine Frau als stellvertretende Vorsitzende und wir halten uns streng an das deutsche Grundgesetz. Wir leben doch hier in Deutschland und das ist unsere Heimat"; sagt Huseyin Keskin.

"Wir sind mehr als nur eine Moschee. Wir sind eher ein Zentrum der Gespräche und des vielfältigen Lebens. Vor 28 Jahren ist in Deutschland das zusammen gekommen, was zusammen gehört. Wir wollen am 3. Oktober die Menschen zusammenführen - egal welchen Glaubens", sagt Sanli.

Hier sind Eindrücke