Helmstedt 

Gerüchte ums Klinikum: Bald keine Geburten mehr in Helmstedt?

Laut Verdi stehen die Gynäkologie und die Geburtshilfe in Helmstedt unmittelbar vor dem Aus (Symbolbild).
Laut Verdi stehen die Gynäkologie und die Geburtshilfe in Helmstedt unmittelbar vor dem Aus (Symbolbild).
Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa

Helmstedt. Macht das Helmstedter Klinikum schon zum Jahresende die Gynäkologie und die Geburtshilfe dicht? Die Gerüchte haben am Montag neue Nahrung erhalten.

Verdi will interne Helios-Infos haben

Die Gewerkschaft Verdi bezieht sich auf entsprechende Informationen aus dem Helios-Konzern, zu dem die St. Marienberg Klinik in Helmstedt gehört. Demnach sollen zuletzt schlichtweg nicht genug Babys in Helmstedt zur Welt gekommen sein.

Gewerkschaft ist entsetzt über Helmstedt-Pläne

Verdi zeigt sich jedenfalls entsetzt. Von Bezirkssprecher Sebastian Wertmüller heißt es, eine derartige Entscheidung wäre ein Desaster: "Betroffen wären alle Eltern im Landkreis, die ein Krankenhaus vor Ort für ihre Geburten benötigen." Gleichzeitig müssten sich auch die Mitarbeiter aus den beiden betroffenen Bereichen neu orientieren.

Auch Stadt und Landkreis wären betroffen

Auch die Stadt und der Landkreis würden darunter leiden: Ein vollwertiges Krankenhaus vor Ort sei auch ein Standortfaktor und ein wichtiges Thema für Menschen wie auch für Betriebe, die sich in der Region niederlassen wollen.

"Bekenntnis zur Geburtshilfe und zur Gynäkologie"

Wertmüller erwartet jetzt von Helios eine ganz schnelle Erklärung, die das Klinikum stärkt und nicht beschädigt. "Wir fordern ein Bekenntnis zur Geburtshilfe und zur Gynäkologie vor Ort." Der Fall zeige erneut, dass man das gesundheitliche Wohlergehen der Bevölkerung nicht dem freien Markt überlassen dürfe.

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Jörn Domeier spricht am Montag von einem "radikalen Einschnitt". Er hofft auf ein Gespräch mit den Betroffenen: "Zu diesem Gespräch bitte ich ausdrücklich auch den Bürgermeister und den Landrat hinzu. Ziel muss sein, diese falsche Entscheidung gegen Helmstedt, offen anzusprechen und Handlungsfelder zu identifizieren."

Domeier sieht eine positive Entwicklung

Für Domeier wäre eine Schließung auch deswegen unverständlich, weil in die Geburtsstation investiert worden sei und mit einem neuen Kreißsaal die Zeichen eher auf Zukunft statt auf Abbau gestanden hätten. Mit um die 400 Geburten sei auch die quantitative Zahl so, dass man von einer positiven Entwicklung sprechen könne. (ck)