Helmstedt 

Hund in Helmstedt getötet: Polizei unter Beschuss – „Waffe aus Geilheit benutzt“

Ein Kangal ist in Helmstedt von der Polizei erschossen worden. (Symbolbild)
Ein Kangal ist in Helmstedt von der Polizei erschossen worden. (Symbolbild)
Foto: imago images / Eibner

Helmstedt. Die Polizei in Helmstedt musste nach eigenen Angaben einen herrenlosen Hund erschießen.

Der Hund, ein anatolischer Hirtenhund, besser bekannt als Kangal, war zunächst in der Nacht von Samstag auf Sonntag von einem Autofahrer in Helmstedt beobachtet worden. Er meldete den Streuner den zuständigen Beamten und fügte hinzu, dass der Hund extrem abgemagert erscheine und eine Leine hinter sich her ziehen würde. Auffällig sei der Hund aber sonst nicht geworden.

Hund irrt alleine durch Helmstedt bis Polizei ihn erschießt

Trotz intensiver Suche wurde der Vierbeiner im Stadtgebiet jedoch bis zum Sonntagmorgen nicht aufgefunden, obwohl die Polizeiwache per Notruf mehrere besorgte Helmstedter Bürger erreichten.

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Um halb zehn Uhr am Morgen ist es dann zu mehreren gefährlichen Situationen mit dem Hund im Straßenverkehr gekommen. Einfangen konnten die Beamten das Tier dennoch nicht.

Polizei erschießt den Hund bevor er auf die Bahngleise laufen kann

Als das Tier dann erneut auf der B1 gesichtet wurde, wie es in Richtung Bahnlinie Helmstedt-Braunschweig lief, sahen die Polizisten keine andere Wahl mehr: Sie erschossen den Hund mit mehreren Schüssen.

Sie gaben an, dass der Hund den Bahnverkehr gefährden könne und da er nicht einzufangen gewesen sei, hätten sie schießen müssen.

Halter muss nun ermittelt werden

Bis zum Sonntagabend hatte sich bisher kein Halter des Hundes gemeldet. Die Polizei ermittelt nun diesen, um herauszufinden, warum der Hund alleine umherirrte.

Polizei muss viel Kritik bei Facebook einstecken

Noch am selben Abend, an dem der Vorfall bekannt wurde, hagelte es in den sozialen Netzwerken derweil scharfe Kritik an dem Vorgehen der Polizei. Auch unsere Leser haben diskutiert.

Das sagen news38.de-Leser zu dem Vorfall

  • „Nur weil man nicht in der Lage ist, einen Hund einzufangen, muss er erschossen werden. Ganz großes Kino.“
  • „Es ist in keinster Weise plausibel, warum ein armes Seelchen einfach so abgeschossen wird! Mich macht das wütend! Wo war der Tierschutz, der hier hätte agieren können? Warum keine Betäubung! Es ist absolut kein Grund zu erkennen, warum auf diesen Hund geschossen wurde. Ich habe höchsten Respekt vor unserer Staatsgewalt, aber das musste nun wirklich nicht sein.“
  • „Man kann den Hund nicht einfach betäuben? Nein, stattdessen tötet man das arme Tier. Hatte bestimmt genug durchgemacht und muss noch so elendig sterben.“

Die Polizei Helmstedt hat sich derweil mit einem Statement bei Facebook positioniert. Auch, weil viele Kommentare, die sie erhalten haben, unter die Gürtellinie gingen. So berichtet die Polizei Helmstedt beispielsweise von diesem Fall: „Forderungen von Facebook-Usern, man sollte 'sowas ekelhaftes Herzloses erschießen', gemeint ist hier unser Kollege, gehen deutlich zu weit.“

Polizei: Keiner tötet Tiere aus Langeweile oder „Geilheit“

In einer ausführlichen Stellungnahme hat die Polizei betont, dass der Gebrauch von Waffen nicht im Sinne der Beamten liegt. „Jeder und jede von uns beginnt täglich den Dienst in der Hoffnung, von der Waffe auch heute keinen Gebrauch machen zu müssen.“

Keiner hätte das Tier aus Langeweile oder „Geilheit“ getötet. Benachbarte Institutionen, die das Tier unter Umständen hätten betäuben können, seien am Sonntag nicht zu erreichen gewesen.

Da sich eine konkrete Gefahrensituation ergeben hatte, sah der Polizist keine andere Möglichkeit, als zu schießen. (fb, abr)