Helmstedt 

Helmstedt: Frau geht durch die Stadt und stolpert über DAS – "Grausamer Anlass, schöne Aktion"

Eine Frau hat in Helmstedt eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht.
Eine Frau hat in Helmstedt eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht.
Foto: Privat, Google, Geobasis-DE/BKG

Helmstedt. Eine Frau war in Helmstedt gerade unterwegs auf der Kornstraße, als sie plötzlich über Bemerkenswertes stolperte. Sofort zückte sie ihr Handy, schoss zwei Fotos und postete sie auf Facebook. Denn hier sollte – nach den schrecklichen Geschehnissen in Halle – ein Zeichen gesetzt werden.

Stolpersteine in Helmstedt: DAS hat es damit auf sich

Auf den Bildern ist der Bürgersteig der Kornstraße in Helmstedt zu erkennen. Darauf arrangiert: zwei plakatgroße, ausgerollte Schriftrollen, mit Steinen beschwert. „Aller Anfang“ steht oben auf dem einen, „Klagelied vom Aschseegrund“ auf dem anderen. Die Worte betiteln zwei Gedichte, die auf den Schriftstücken niedergeschrieben sind.

Sie stammen von dem Autor Johann Voß. Der war nämlich gerade in Helmstedt unterwegs. Nach den Morden in Halle, wollte er dort ein Zeichen setzen.

Er legte die Gedichte an die Stolpersteine in der Kornstraße aus, wo er sie auch am Freitag vorgetragen hatte. Es sind Lieder und Gedichte, so erzählt er selbst, „die einerseits aus Gesprächen mit ehemaligen Häftlingen in Auschwitz und zum anderen aus Besuchen von Orten hervorgingen, an denen Nazis brandschatzten.“

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"So fing alles an!"

Man müsse wachsam sein in der heutigen Zeit. Denn so fing auch damals alles an, zitiert Voß den Überlebenden der NS-Zeit Sally Perel.

Die Aktion stößt auf gute Resonanz: „So grausam der Anlass ist, so schön finde ich aber die Aktion“, schreibt etwa eine Userin auf der Facebook-Seite des Autors. „Vielen Dank“, schreibt ein anderer.

Die Aktion von Voß in Helmstedt sollte nicht die einzige sein, am 13 Oktober veranstaltete er außerdem eine Lesung vor der Synagoge in Halle. (aj)