Helmstedt 

Helmstedt: Frau geht joggen – und gerät in Lebensgefahr

Schock für eine Läuferin aus Helmstedt. Erst am Ende ihrer Joggingrunde wird ihr klar, dass sie sich in Gefahr befand. (Symbolbild)
Schock für eine Läuferin aus Helmstedt. Erst am Ende ihrer Joggingrunde wird ihr klar, dass sie sich in Gefahr befand. (Symbolbild)
Foto: imago images / Eibner

Helmstedt. Eine Frau aus Helmstedt ist sauer - weil fehlende Schilder sie in Lebensgefahr brachten! Am Montagvormittag lief sie eine Jogging-Runde vom Bötschenberg durch das Brunnental. Eigentlich alles ganz normal.

Doch auf Ende ihres Laufs in Helmstedt folgt der Schock: „Erst am Ende meines Trainings habe ich gesehen, dass der Bereich wegen einer Treibjagd abgesperrt ist und beim Betreten der Wege Lebensgefahr besteht!“, so die Läuferin.

Treibjagd in Helmstedt? Joggerin hat ein Déjà-vu

Gleichzeitig fragt sie sich, ob und warum es nur diesen einen Hinweis gab. Andere Schilder, Absperrbänder oder weitere Hinweise habe sie nicht gesehen. „Ehrlich gesagt habe ich mich erschreckt, in welche Situation ich da geraten bin“, beschreibt die Joggerin aus Helmstedt ihre Gefühle.

Bereits vor zwei Jahren sei sie unbewusst in eine Treib- oder Drückjagd geraten. An der Meseckenheide seien Schüsse gefallen, erzählt sie uns. Auch damals habe sie keinerlei Hinweise oder Markierungen gesehen. „Jagdhelfer, die mich später sahen, haben mich damals angebrüllt, was ich hier zu suchen hätte.“

+++ Harz: Junge Frau erschießt Jäger – aber fühlt sich unschuldig +++

Anrufe bei Behörden und anderen Stellen seien ins Leere verlaufen, weil die Zuständigkeiten unklar gewesen seien. „Spätestens damals hätte man etwas dazulernen können“, sagte die Helmstedterin empört zu news38.de.

Revierförsterin aus Helmstedt kann Schreck verstehen

Marientals Revierförsterin Antje Feldhusen schreibt news38.de, dass es am Montagvormittag tatsächlich eine Drückjagd gegeben hat – allerdings nicht in Helmstedt, sondern mit den Reviernachbarn im Lappwald zusammen.

„Natürlich kann ich gut verstehen, das die Joggerin 'erschrocken' war. Wir versuchen, so sicher wie möglich zu jagen und daher sind ja auch diese Schilder aufgestellt, damit die Waldbesucher diese Gebiete weiträumig umgehen können“, so Feldhusen.

Gejagt werden Reh- und Schwarzwild

Generell sei das Thema Jagd bei vielen Waldbesucher nicht unumstritten, sagt die Revierförsterin aus dem Landkreis Helmstedt. Die Jäger versuchten, die Bestände des Reh- und Schwarzwildes zu reduzieren.

Das habe vielfältige Gründe, unter anderem die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest für Wildschweine – aber auch die Klagen aus der Landwirtschaft. „Die milden Winter haben zu einer starken Vermehrung des Schwarzwildes geführt“, so Feldhusen.

-------------------

Mehr von uns:

-------------------

Beim Rehwild sei es eher das Problem, dass die Tiere die jungen Laubbäume anbeißen. Das führe zu einem Abschussplan, zu dessen Einhaltung die Jäger gesetzlich verpflichtet seien, erklärt die Försterin.

+++ Harz: Jäger nehmen Wild ins Visier – doch es kommt alles ganz anders +++

„Gerade nach dem Verlust der vielen Nadelbäume durch die letzten Dürresommer und den Borkenkäfer sind wir hier besonders auf gesunde natürliche Verjüngung der Eiche und Buche angewiesen, die durch die Rehe gern abgebissen werden.“ (red)