Helmstedt 

Niedersachsen: Lkw-Fahrer rechnet wegen Corona-Panik ab – „Da platzt mir echt der Kragen“

Ein Lkw-Fahrer aus Helmstedt verschafft sich  Luft. Er ist genervt von den Hamsterkäufern, die in der Corona-Krise die Regale leeren.
Ein Lkw-Fahrer aus Helmstedt verschafft sich Luft. Er ist genervt von den Hamsterkäufern, die in der Corona-Krise die Regale leeren.

Helmstedt. Ein Lkw-Fahrer aus dem Kreis Helmstedt lässt im Netz ordentlich Dampf ab. Hintergrund ist die Corona-Krise – beziehungsweise vielmehr das, was manche von uns daraus machen...

Konkret geht es dem 24-Jährigen um die „verdammten Hamsterkäufe“ und deren Folgen. In einer Facebook-Gruppe erklärt der Lkw-Fahrer, der Supermärkte beliefert, was das unnormale Einkaufsverhalten in Zeiten der Corona-Krise für ihn und seine Kollegen bedeutet.

Corona-Krise: Lkw-Fahrer aus Helmstedt ist sauer!

Die bisherigen Fahrzeiten seien massiv erhöht worden. Kurz gesagt: In der Corona-Krise haben sie 15-Stunden-Tage! „Und danach haben wir nicht mal mehr selbst die Möglichkeit, einkaufen zu gehen“, schreibt er.

„Lasst eure verf*** Habgier sein!“

Sein Appell an die Hamsterkäufer: „Lasst eure verf*** Habgier sein!So etwas Unsolidarisches sorgt dafür, dass wir Idioten – ja, wir idiotischen Lkw-Fahrer – 24/7 arbeiten!“

Der „Witz“ daran sei, dass die Lkw-Fahrer weder eine Prämie noch eine Gehaltsaufstockung bekommen: „Nein, wir haben das Doppelte an Arbeit und immer noch dasselbe Geld!“

Mehr noch: Er erlebe es immer öfter, dass die Supermarktkunden ihm beim Abladen fast auf den Auflieger klettern: „Das platzt mir echt fast der Kragen!“

Corona-Appell: „Kauft wie gewohnt ein!“

Wir alle bräuchten keine Angst zu haben. Noch seien genug Lkw-Fahrer da, die die Lebensmittelversorgung zu 100 Prozent sicherstellten – selbst in der Corona-Krise.

Sein Appell: „Kauft wie gewohnt ein und nur das Nötigste. Dann ist das Logistiksystem auch nicht so überfordert wie jetzt, dann habt ihr auch normal gefüllt Regale wie sonst!“

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Am Ende gibt er uns noch einen Denkanstoß: „Wenn das so weitergeht kann ich euch nur eins sagen: Dann streiken die Lkw-Fahrer, aber nicht offensichtlich, sondern still und heimlich. Dann kündigen wir unsere Jobs oder machen krank“, schreibt der 24-Jährige in der Facebook-Gruppe. (ck)