Helmstedt 

Niedersachsen: Frau aus Schöningen (†19) lebend in Weser versenkt – Spur führt ins Rotlichtmilieu

Taucher hatten die Leiche der jungen Frau aus Niedersachsen aus der Weser geborgen. (Symbolbild)
Taucher hatten die Leiche der jungen Frau aus Niedersachsen aus der Weser geborgen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Becker&Bredel
  • Sie wurde lebend in einem Schleusenkanal versenkt.
  • Dafür beschwerten die Täter den Körper der 19-Jährigen mit einer Steinplatte.
  • Wenige Monate nach dem Mord im Kreis Nienburg sitzen mehrere Tatverdächtige in U-Haft.

Schöningen/Balge. Im Fall des unfassbar grausamen Mordes an Andrea K. aus Schöningen aus dem Kreis Helmstedt in Niedersachsen hat es endlich mehrere Festnahmen gegeben.

Drei Männer und eine Frau wurden festgenommen – alle in Niedersachsen.

Niedersachsen: Festnahmen im Mordfall Andrea K. aus Schöningen

Gegen drei Beschuldigte gibt es Haftbefehle, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden am Freitagabend. Ihnen wird Mord vorgeworfen.

Bei den Verhafteten handelt es sich um einen 40-Jährigen, eine 39-Jährige und einen 21-Jährigen. Zur Identität des vierten Beschuldigten konnte der Sprecher zunächst keine näheren Angaben machen. Gegen den Mann sei ein Haftbefehl beantragt worden. Nach den ersten Erkenntnissen sind alle Beschuldigten Deutsche.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden der 40-Jährige und die 39-Jährige im Kreis Nienburg verhaftet, der 21-Jährige in Loxstedt nahe Bremerhaven.

Spur führt ins Rotlichtmilieu

Die zweifache Mutter Andrea K. hatte als Prostituierte gearbeitet. Daher führte die Spur schnell ins Rotlichtmilieu. Und genau dort soll jetzt der Zugriff erfolgt sein. Wenngleich das der Sprecher nicht kommentieren wollte.

Laut „Bild“ handelt es sich bei den Festgenommenen um einen Zuhälter aus Nienburg sowie dessen Lebensgefährtin. Gegen den Mann sei in Verden Haftbefehl erlassen worden – die Mordmerkmale lauten niedrige Beweggründe, Grausamkeit und Verdeckung einer Straftat.

Möglicherweise wollte die 19-jährige Andrea mit der Prostitution aufhören, das soll zumindest ihr Bruder Gregor K. berichtet haben, so die Bild-Zeitung. Waren ihre Zuhälter mit der Entscheidung nicht einverstanden? Oder drohte Andrea ihnen, sie wegen illegaler Zuhälterei auffliegen zu lassen?

Auch der Lebensgefährtin eines der Zuhälter werfen die Ermittler Mord vor, berichtet die „Bild“. Auch der Ex-Freund von Andrea K. aus Schöningen soll festgenommen worden sein – und auch er soll Zuhälter sein.

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Junge Frau lebend in der Weser versenkt

Laut der Obduktion wurde Andrea K. lebend im Wasser des Weser-Schleusenkanals in Niedersachsen versenkt. Die Täter banden ihr eine Steinplatte um. Ihr Tod muss grausam gewesen sein. >> Mord an junger Schöningerin (†19) – Ermittler nennen grausame Details

Die Fakten:

  • 28. April: Andreas Leiche wird in der Weser gefunden
  • sie war mit einer Betonplatte beschwert
  • die 19-Jährige wurde lebendig versenkt
  • 9. Juli: Ermittler nehmen drei Personen aus dem Rotlichtmilieu fest

Ein Binnenschiffer hatte die Leiche der 19-jährigen Schöningerin am 28. April im Wasser des Weser-Schleusen-Kanals nahe Balge entdeckt.

Die zuständige Polizei Nienburg gründete eine 25-köpfige Mordkommission namens „Anker“. Um die 30 Hinweise gingen dort ein – wohl auch dank der 5.000 Euro Belohnung und der ungewöhnlich offensiven Ermittlungstaktik. Die Polizei hatte sowohl den Klarnamen als auch Fotos der Getöteten veröffentlicht. (ck)