Helmstedt 

Helmstedt: Alleinerziehende Mutter (34) hat Termin beim Jobcenter – danach ist alles anders

Eine alleinerziehende Mama aus Helmstedt ist zum Jobcenter gegangen. Danach hat sich ihr Leben komplett verändert. (Symbolbild)
Eine alleinerziehende Mama aus Helmstedt ist zum Jobcenter gegangen. Danach hat sich ihr Leben komplett verändert. (Symbolbild)
Foto: imago images / STPP

Helmstedt. Jessica Siemann ist alleinerziehende Mama. Sie lebt in Helmstedt, kümmert sich liebevoll um ihre drei Kinder. Sie hält sich und ihre Familie mit Aushilfsjobs über Wasser. Jahrelang. Bis sich ihr im Jobcenter in Helmstedt eine einmalige Chance bietet.

Sie ergriff die Chance. Und diese sollte das Leben der Frau aus Helmstedt gehörig auf den Kopf stellen.

Helmstedt: Alleinerziehende Mutter krempelt ihr Leben um

Jessica Siemann hatte nach ihrem Schulabschluss eine Ausbildung begonnen. Beendet hat sie die jedoch nie. Ihr Hauptaugenmerk richtete die 34-Jährige eher auf ihre Kinder. Die sind mittlerweile 10,12 und 13 Jahre alt. Mit Aushilfsjobs hielt sie sich und ihre Familie über Wasser. Zuletzt half sie im Gastrogewerbe aus.

In den vergangenen Jahren hat die alleinerziehende Mutter viele Gespräche mit Sabine Pieper geführt. Diese arbeitet im Jobcenter als Vermittlerin für Alleinerziehende. Und sie war es auch, die Jessica Siemann eine Chance auf ein anderes Leben anbot. Schon lange habe Jessica Siemann gesagt, dass sie gerne sozialversicherungspflicht arbeiten würde. Um für ihre Kinder ein gutes Vorbild zu sein und um etwas für ihre Rente zu tun.

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Das ist das Teilhabechancegesetz:

  • ist Teil des Konzeptes „MitArbeit“, um Langzeitarbeitslosigkeit abzubauen
  • zwei neue Fördermöglichkeiten
  • Zielgruppe 1: über 25 Jahre alt, mindestens sechs Jahre in den letzten sieben Jahren Arbeitslosengeld II bezogen, in der Zeitspanne nicht oder nur kurzzeitig beschäftigt
  • Zielgruppe 2: Personen, die mindestens zwei Jahre arbeitslos sind
  • Unternehmen, die Zielgruppe 1 einstellen, bekommen Zuschuss für das Gehalt des neuen Mitarbeiters, ist der Arbeitgeber nicht tarifgebunden, sind das in den ersten zwei Jahren 100 Prozent des Mindestlohns, danach verringert sich der Zuschuss in jedem weiteren Jahr um 10 Prozent – Förderung maximal 5 Jahre
  • Unternehmen, die Zielgruppe 2 einstellen, erhalten Zuschuss für zwei Jahre; im ersten Jahr sind das Zuschüsse ihn Höhe von 75 Prozent des Lohns, im zweiten Jahr 50 Prozent

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Mutter als Helmstedt nutzt ihre Chance

Und dann war da plötzlich eine Möglichkeit: Das Projekt 16i. Das ist die Förderung der Beschäftigung für Landzeitarbeitslose. Jessica Siemann sagte zu. Dann wurde Kontakt zum DRK hergestellt. Es folgte ein Vorstellungsgespräch, darauf einige Tage Probearbeit. Und zack, da war der Job. „Klar hatte ich Angst vor der großen Veränderung, aber ich bereue keinen Tag und bin sehr glücklich, endlich beruflich angekommen zu sein“, sagt Jessica Siemann rückblickend.

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Dass sich das Leben von Jessica Siemann so grundlegend geändert hat, ist mittlerweile ein Jahr her. Ein Jahr, in dem sie endlich ein berufliches Zuhause gefunden hat. Denn die 34-Jährige arbeitet seither als Hauswirtschaftsgehilfin im Seniorenpflegeheim Am Wallplatz in Helmstedt. Nebenbei holt sie sogar ihren Berufsabschluss zur Hauswirtschafterin nach. Berufsbegleitend.

Ihre Kinder sind stolz auf sie. „Mama, du machst das toll“, sagten sie ihr neulich.