Helmstedt 

Helmstedt: DAS ist die besonderste Trauung des Jahres – „Ich bin sehr aufgeregt“

Große Liebe in Helmstedt: Nach 60 Jahren Beziehung ließ sich ein Paar im Klinikum trauen.
Große Liebe in Helmstedt: Nach 60 Jahren Beziehung ließ sich ein Paar im Klinikum trauen.
Foto: imago images / MITO / Helios

Helmstedt. Wenn sich ein Paar das Ja-Wort gibt, ist das ein besonderer Moment im Leben der zwei Liebenden.

Diesen außergewöhnlichen Moment hat jetzt ein Paar nach 60 gemeinsamen Jahren in der Helios St. Marienberg Klinik in Helmstedt erlebt – unter außergewöhnlichen Umständen!

Helmstedt: Außergewöhnliche Trauung unter außergewöhnlichen Umständen

Mit 16 Jahren haben sich Werner und Hans während ihrer Lehre zum Kfz-Schlosser kennengelernt. Schnell war klar: Das zwischen den beiden ist mehr als nur Freundschaft.

60 Jahre ist das mittlerweile her. „Eine gleichgeschlechtliche Beziehung war damals nicht immer einfach, aber wir haben immer zusammengehalten und sind durch dick und dünn miteinander gegangen“, erzählt der Bräutigam.

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„Ja“ zur Liebe – trotz schwieriger Umstände

Weil einer der zwei Eheleute auf der Palliativstation liegt, stellte das Stationsteam die Trauung innerhalb weniger Tage im Krankenhaus auf die Beine. „Keiner weiß, wie viel Zeit den beiden noch bleiben wird“, sagt Christine Germer, ärztliche Leiterin der Klinik.

Für den besonderen Tag dekorierten die Mitarbeiter den Aufenthaltsraum kurzerhand zu einem Standesamt inklusive duftender Blumendeko um. „Auch, wenn die Umstände nicht perfekt sind, freue ich mich sehr, endlich ‚Ja‘ sagen zu können. Lieber spät als nie! Ich bin sehr aufgeregt“, sagte der Lebenspartner.

Die Trauung rührt alle Gäste zu Tränen

Pünktlich zur Trauung standen die Mitarbeiter Spalier für die zwei Ehemänner, die bei Klavier- und Gitarrenmusik den Festraum betraten. Dann begann die berührende Zeremonie. Gänsehaut! „Ich freue mich, heute Teil eines so besonderen Tages für Sie zu sein“, eröffnete die Standesbeamtin.

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Die Liebe zwischen den beiden ist auch nach 60 Jahren Beziehung noch immer frisch. „Es war eine bewegende und durchaus tränenreiche Zeremonie für alle, die dabei waren“, so Kliniksprecherin Lisa Iffland.

Auch Christine Germer war von den Frischvermählten gerührt. „Das war unsere erste Hochzeit auf der Palliativstation. Bei unserem ersten Treffen sagte mir unser Patient, dass es sein größter Wunsch ist, seinen Partner noch heiraten zu können. Ich freue mich sehr, ihm diesen Wunsch heute erfüllt zu haben“, sagte sie.

Ärztliche Leiterin gerührt

Auf der Palliativstation werden Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium einer nicht mehr heilbaren Erkrankung behandelt. Alle Maßnahmen sollen den Schwerstkranken wie einen Mantel („pallium“) schützend umhüllen.

Nach der berührenden Zeremonie stieß das Paar unter unzähligen Seifenblasen mit einem Glas Sekt auf die Vermählung an. Endlich getraut – für immer in Liebe verbunden! (vh)