Helmstedt 

Kreis Helmstedt: Dieser Lost Place erzählt Geschichte – du solltest ihn definitiv kennen

Die alten Gebäude der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt (Muna) im Kreis Helmstedt sind der Natur überlassen worden.
Die alten Gebäude der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt (Muna) im Kreis Helmstedt sind der Natur überlassen worden.
Foto: Adventure Dogs Germany

Lehre. Es gibt sie in ganz Deutschland: Lost Places. Einige dieser vergessenen Orte befindet sich unmittelbar vor der eigenen Haustür, ohne dass wir davon wissen. Auch im Kreis Helmstedt.

Einer davon: Die Heeresmunitionsanstalt (Muna) Lehre im Landkreis Helmstedt. Ziemlich genau zwischen Braunschweig und Wolfsburg können hier 40 Gebäude – darunter 92 Bunker – noch heute, völlig legal, besucht werden.

Denise, sie möchte ihren vollen Namen hier nicht nennen, aus dem Landkreis Wolfenbüttel hat den spannenden Lost Place erkundet.

Kreis Helmstedt: Muna Lehre lieferte Munition für den Überfall auf Polen

Auf ihrem Blog „Adventure Dogs Germany“ berichtet Denise über die Geschichte der Heeresmunitionsanstalt.

Die Anfänge des heute völlig verwilderten Geländes beginnen 1934, als die Heeresverwaltung die 200 Hektar Fläche vom Freistaat Braunschweig abkauft. Damit war das Gelände größer als der Ort Lehre selbst.

Für die Wehrmacht ist dort seit 1936 Munition produziert worden. Die Muna lieferte beispielsweise einen Großteil der Munition für den Überfall auf Polen.

Rund 1200 Kriegsgefangene mussten bis 1945 in der Heeresmunitionsanstalt schuften. Erst im April 1945 nahm die 5. US-Panzerdivision die Fabrik ein.

Bis 1951 war das Gelände von der britische Besatzungmacht besetzt. Später nutzte die Bundeswehr die Fläche für als Munitionslager und diente VW als Teilelager.

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Natur erobert sich Gelände zurück

Ein Teil des Geländes der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt Lehre befindet sich heute in Privatbesitz und dient Wohnzwecken und Gewerbebetrieben. Einige Bunker sind noch erhalten und dienen dem Fledermausschutz. Das Naturwaldreservat Kampstüh steht heute unter Naturschutz.

Seit September 2019 werden Rüstungsaltlasten auf dem ehemalige Muna-Gelände beseitigt. Die Arbeiten sollen drei Jahre dauern. (mb)