Helmstedt 

Helmstedt: CDU-Mann attackiert Kellnerin und rastet aus –„Unglaublicher Vorfall“

In Helmstedt hat sich ein CDU-Lokalpolitiker in einem Lokal komplett daneben benommen.
In Helmstedt hat sich ein CDU-Lokalpolitiker in einem Lokal komplett daneben benommen.
Foto: imago images; Montage News38

Schockierender Vorfall in Helmstedt!

Ein CDU-Mitglied rastete in einem bekannten Lokal komplett aus, belästigte eine Mitarbeiterin und zeigte offen seine rechte Gesinnung – jetzt erfolgen Konsequenzen für den Politiker in Helmstedt.

Helmstedt: CDU-Mann sorgt für schockierende Szenen

Ein Mitglied der CDU Helmstedt und gleichzeitig führendes Mitglied der rechtskonservativen „Werteunion“ soll Ende Juli eine Mitarbeiterin des „Pferdestalls“ sexuell beleidigt haben.

Anschließend fiel der CDU-Mann durch rechte Äußerungen auf, kritisierte das weltoffene Konzept des Kreativ-Treffs. Als er von der betroffenen Mitarbeiterin rausgeworfen wurde, verließ er den Ort mit einer verfassungswidrigen Geste und Parole. Das berichtet der „Pferdestall“ selbst auf Facebook.

„Wir sind erschrocken über den Vorfall und entsetzt, dass eine Person des öffentlichen Lebens für ein solches Verhalten in Helmstedt scheinbar schon bekannt ist“, heißt es in dem Beitrag. Man habe Anzeige gegen den Mann erstattet und ein schriftliches Hausverbot erteilt.

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Das ist Helmstedt:

  • eine Kreisstadt im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen
  • liegt etwa 36 km östlich von Braunschweig und 45 km westlich von Magdeburg an der Grenze zu Sachsen-Anhalt
  • hat rund 25.712 Einwohner und ist 66,54 Quadratkilometer groß
  • Bürgermeister ist Wittich Schobert (CDU)

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Auch der Stadtverband der CDU hat sich zu dem Vorfall geäußert und Konsequenzen gezogen.

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Helmstedt: Stadtpolitiker fliegt aus CDU und Werteunion

In einem Gespräch zwischen dem Beschuldigten, der CDU-Kreisvorsitzenden Elisabeth Heister-Neumann, der betroffenen „Pferdestall“-Mitarbeiterin und dem Betreiber des Lokals bestritt der Mann sein Verhalten, er könne sich nicht daran erinnern.

Wegen der Schwere und Glaubhaftigkeit wurde ihm dennoch sein Austritt aus der CDU nahegelegt – dieser Aufforderung kam er nach.

„Die aktuellen Vorkommnisse stehen in eklatantem Widerspruch zu den Inhalten und Zielen der CDU. Die betreffende Person ist mit sofortiger Wirkung kein Parteimitglied mehr“, stellt der Helmstedter CDU-Vorsitzende Norbert Dinter klar. Auch die Werteunion hat sich mit einem Statement gegenüber News38.de geäußert. Darin heißt es: „Das Mitglied hat im Anschluss an den Vorfall neben seiner CDU-Mitgliedschaft auch die Mitgliedschaft in der WerteUnion niedergelegt. Die WerteUnion lehnt jede Form von Rechtsextremismus entschieden ab.“

Das ist die Werteunion

Die Werteunion gilt auch innerparteilich nicht als unumstritten. Dort versammeln sich besonders konservative Mitglieder der CDU und CSU. Offiziell lehnt die Gruppe eine Koalition mit der AfD auf Bundes- und Landesebene ab. Allerdings gab es beispielsweise 2019 bereits einen Appell, dass nach der thüringischen Landtagswahl seitens de CDU Gespräche mit allen Parteien geführt werden sollten - einschließlich der AfD. Initiator des Schreibens war Christian Sitter, Vorsitzender der Werteunion Thüringen. Er wolle mit der AfD über einzelne Projekte reden.

Der ehemalige CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz äußerte sich daraufhin bereits mehrmals kritisch gegenüber der Werteunion. Er forderte sogar einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber Mitgliedern der Werteunion. Auch der Europaabgeordnete Dennis Radtke erklärte, „die Nähe der Werteunion zur AfD sei unerträglich“.

Nach dem Mord an CDU-Mitglied fiel auch Werteunion-Mitglied Max Otte negativ auf. Er verharmloste die Tat auf Twitter, sprach dort davon, dass die Medien „schon jetzt gegen die 'rechte Szene', was immer das ist“ hetzten würden. Für seinen wurde Otte allerdings auch von Werteunion-Vorsitzendem Alexander Mitsch heftig kritisiert. Er sagte gegenüber dem Spiegel: „Solche Gedanken schockieren uns.“ Ottes Worte hätten unter Mitgliedern der Werteunion „eine Welle des Entsetzens ausgelöst“. Einer der bekanntesten Fürsprecher für die Werteunion ist der ehemalige Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen.

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Der Kreisverband der SPD verurteilt den Vorfall im „Pferdestall“ ebenfalls: „Ein unglaublicher Vorfall, für den es in unserer Gesellschaft keinen Platz gibt. Menschen sind kein Freiwild“, sagt Jan Fricke, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag Helmstedt. Man danke der CDU Helmstedt für die schnelle Reaktion. (kv/dav)