Helmstedt 

Helmstedt: Tückisches Tier-Fieber hat Niedersachsen erreicht – auch Menschen können sich infizieren

Ein Pferd aus Königslutter im Kreis Helmstedt ist am West-Nil-Fieber erkrankt. (Symbolbild)
Ein Pferd aus Königslutter im Kreis Helmstedt ist am West-Nil-Fieber erkrankt. (Symbolbild)
Foto: dpa

Königslutter. Pferdebesitzer im Kreis Helmstedt sollten aufhorchen.

Das West-Nil-Fieber hat den Kreis Helmstedt erreicht – damit wurde die tückische Infektion zum ersten Mal in Niedersachsen nachgewiesen!

Kreis Helmstedt: Pferd in Königslutter an West-Nil-Fieber erkrankt

Wie der Landkreis Helmstedt am Mittwoch mitteilte, ist ein Pferd aus Königslutter betroffen. Das Tier sei von den anderen Pferden im Stall separiert worden. Die anderen Pferde seien „unauffällig“ gewesen – weitere Maßnahmen seien daher nicht eingeleitet worden.

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Das West-Nil-Fieber wird durch das West-Nil-Virus (WNV) ausgelöst. Vor allem Vögel und Pferde können sich infizieren, aber auch der Mensch! Bisher lagen die Schwerpunkte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

West-Nil-Virus: Menschen und Pferde sind „Fehlwirte“

Das Virus überträgt sich nur durch blutsaugende Mücken. Im natürlichen Wirtskreislauf wird es zwischen Vögeln und Stechmücken übertragen. Menschen und Pferde können zwar ebenfalls mit dem WNV infiziert werden, aber: Das Virus kann von ihnen nicht weiter übertragen werden!

Deshalb gelten Menschen und Pferde als so genannte „Fehlwirte“. Es handelt sich somit um eine Einzeltiererkrankung.

WNV-Infektionen bei Vögeln und Pferden zählen in Deutschland zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Neben dieser Anzeigepflicht sind bislang keine weiteren tierseuchenrechtlichen Maßnahmen vorgeschrieben.

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Meistens bleiben die Infektionen symptomlos. Allerdings kommt es in einzelnen Fällen zu starken neurologischen Symptomen wie Stolpern, Nachhandlähmungen, Muskelzittern oder auch
Schwäche. In sehr seltenen Fällen kann die Infektion tödlich verlaufen.

So kannst du dein Pferd schützen

Tierärzte empfehlen, Pferde aus den betroffenen Regionen sowie Pferde, die in diese
Regionen reisen (Turniere) oder in angrenzenden Regionen stehen, impfen zu lassen. Eine Impfung solle im Frühjahr, also vor der Mückensaison, erfolgen.

Du kannst deinem Pferd aber auch schon helfen, indem du zum Beispiel offene Wasserbehälter schließt. Denn dort vermehren sich die Mücken gern. Auf Weiden und Paddocks solltest du das Wasser täglich wechseln.

RKI: Mehrere Deutsche mit Virus infiziert

In diesem Jahr haben sich aber auch erneut mehrere Menschen in Deutschland mit der Tropenkrankheit West-Nil-Fieber infiziert. Bisher seien in diesem Sommer vier Fälle bekanntgeworden, bei denen sich die Betroffenen über heimische Mücken mit dem Virus infizierten, hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) Anfang September berichtet.

Da die Krankheit in Deutschland noch weitgehend unbekannt sei, könne es sein, dass Ärzte bei den Symptomen nicht auf eine mögliche Infektion mit dem West-Nil-Virus schließen und daher auch keinen Test veranlassen.

Das RKI hält Ansteckungen mit der Tropenkrankheit in Deutschland dauerhaft für möglich. Vor allem längere Sommer mit hohen Temperaturen könnten zu einer verlängerten Saison und einer weiteren räumlichen Ausbreitung beitragen. Der Erreger des West-Nil-Fiebers sei offenbar in der Lage, in Deutschland zu überwintern.

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Bei Menschen zeigt bisher nur ein kleiner Teil der Infizierten Symptome. Generell erkranke nur etwa einer von 100 Infizierten schwer, heißt es beim RKI.

Gehirnentzündung möglich

Nach einer Ansteckung entwickelt rund ein Fünftel der Infizierten eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Der Krankheitsbeginn ist abrupt mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen verbunden. In seltenen Fällen kommt es zu einer Gehirnentzündung. (ck mit dpa)