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Helmstedt: Widerliche Nachfrage nach Frauen aus Ukraine – „Traurig, aber leider nicht neu“

Ukraine-Flüchtlinge: Unübersichtliche Lage am Berliner Hauptbahnhof

Der Druck ist groß im Ankunftszentrums des Berliner Bahnhofs: Angesichts der großen Hilfsbereitschaft, um Flüchtlinge aus der Ukraine zu betreuen, wächst auch die Unübersichtlichkeit. Menschenhändler haben dies offenbar ausgenutzt, sodass mehr Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden.

Helmstedt. 

Nachdem Wladimir Putin die Ukraine angegriffen hat, haben Tausende aus Angst vor dem Krieg ihr Land verlassen. Doch bei der Flucht geraten die vor allem weiblichen Flüchtlinge mit ihren Kindern in eine andere Gefahr. Davor warnen nun die Gleichstellungsbeauftragen aus Niedersachsen, darunter auch Sonja Klein aus Helmstedt.

Auf der Suche nach Sicherheit vor der tödlichen Gewalt im eigenen Land wollen Ukrainerinnen, teilweise auch mit Kindern, über die Grenze in die Nachbarländer. Dort ist die Gefahr groß, dass sie Menschenhändlern in die Hände geraten, betonte Sonja Klein aus Helmstedt in einer Mitteilung.

Helmstedt will Frauen und Kinder aus der Ukraine vor Menschenhandel bewahren

Sie bezieht sich darin vor allem auf Irene Hirzel vom Beratungs- und Schulungszentrum gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung „ACT212“. Sie sagt: „Es ist traurig, aber leider nicht neu.“ Menschenhandel sei ein großes Business, das von Kriegen befeuert werde.

„Wenn Menschen fliehen müssen, sind sie in einer vulnerablen Situation und werden Ziel von Schleppern. Diese wollen Geld verdienen“, so Hirzel.

Die Menschenhändler befriedigen damit eine widerliche und menschenverachtende Nachfrage. Am Tag der Invasion seien die Google-Suchen nach „Ukrainian girls“ massiv angestiegen und bleiben seither hoch. Das gleiche Phänomen ist laut Hirzel auf Pornoseiten zu beobachten.

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Fälle von Ukrainerinnen, die in die Fänge von Menschenhändlern gerieten, sind schon nach der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 gemeldet worden. Tausende Familien sind zur Flucht gezwungen, da der Konflikt weitergehe. Damit steige das Risiko von sexueller Gewalt und Ausbeutung. Frauen und Mädchen seien überproportional gefährdet.

Bei Vermittlung von Flüchtlingen in Wohnungen Kontakt halten

Deswegen ist bei der Vermittlung von Frauen und Kindern auch in private Unterkünfte besondere Vorsicht geboten, auch im Landkreis Helmstedt. Sonja Klein betont: „Wer derzeit aus privater Initiative heraus Menschen aus der Ukraine dabei hilft eine Unterbringung zu finden, wird gebeten, bei der Vermittlung besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen. Es wäre sehr wichtig, dass Namen und Adressen dieser Unterkünfte bekannt sind und dokumentiert werden und dass alle Ankommenden zuerst registriert werden.“

Werde den Frauen „günstige Verdienstmöglichkeiten mit Unterkunft“ angeboten, sollten die Helfenden kritisch nachfragen und den Kontakt mit den vermittelten Frauen und Kindern halten. Oder lieber direkt eine andere Unterkunft finden.

>>> Hier findest du Infos von der Stadt Helmstedt, worauf du als Helfer achten musst. (fb)