Niedersachsen 

Tui lässt Boeing-Max-8 in der Luft - Passagiere haben Angst: "Russisches Roulette!"

Deutsche und UN-Mitarbeiter unter Opfern bei Flugzeugabsturz in Äthiopien

Bei dem Absturz waren alle 157 Insassen umgekommen.

Bei dem Absturz waren alle 157 Insassen umgekommen.

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  • Boeing 737 Max 8 - zwei Abstürze.
  • Tui vertraut US-Luftfahrtbehörde.
  • Kunden äußern Bedenken.

Hannover. Anders als mehrere Airlines lässt der Tui-Konzern seine 15 Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 weiter fliegen – gestützt auf Empfehlungen der US-Luftfahrtbehörde FAA.

Tui hält Startverbot nicht für notwendig

Der Reisekonzern aus Hannover sieht nach dem Absturz eines baugleichen Typs in Äthiopien derzeit keine Notwendigkeit für ein Startverbot.

"Das Flugzeug ist ja von den amerikanischen Behörden als vollkommen sicher und zuverlässig eingestuft worden - das ist wie der Stempel vom Tüv", sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Es gebe aber bereits Anfragen besorgter Passagiere, die Flüge mit diesem Flugzeugtyp vermeiden wollten. Offenbar fühlen sich auch Twitter-Follower von news38.de nicht mehr so sicher:

Tui hat auf die Tweets reagiert. Der Konzern betont, dass bisher noch keine der Maschinen ausgeliefert wurde. "Sollten bis zur Lieferung die Umstände der Abstürze nicht geklärt sein und die Probleme nicht behoben, werden wir selbstverständlich von einem Start absehen", heißt es bei Twitter.

Zur Flotte des weltgrößten Reisekonzerns Tui gehören 15 Jets dieses Typs, die in Großbritannien, Skandinavien und den Benelux-Staaten auf Strecken zu den Kanaren oder den Kapverden im Einsatz sind.

Boeing 737 Max 8 ab April in Deutschland

In Deutschland steht die Einführung der jüngsten Version des Boeing-Verkaufsschlagers im April an.

Die Übergabe der ersten Maschine an die Tuifly Deutschland erfolgt diese Woche in Seattle. Dünhaupt: "Das kann morgen oder übermorgen sein - sie wird dann leer herübergeflogen."

Bei bisher 6.500 Flügen hätten die Tui-Piloten bisher keine Probleme gehabt, sagte der Sprecher.

Der Konzern nehme die Ängste der Passagiere aber ernst. Sie könnten Flüge mit Maschinen des Typ Boeing Max 8 umbuchen, wenn es Alternativen gebe. Das sei aber nicht kostenfrei.

Der zweite Absturz einer neuen Boeing 737 Max 8 binnen weniger Monate hat wachsende Zweifel an der Sicherheit des Flugzeugtyps aufkommen lassen. Aus Sicht der FAA ist es aber noch zu früh, um Konsequenzen zu ziehen.

Boeing hat zudem eine rasche Erweiterung der umstrittenen Steuerungssoftware versprochen. Der Tui-Konzern steht nach eigenen Angaben mit dem US-Flugzeugbauer zur Bewertung der Situation in engem Kontakt. (dpa/ck)