Niedersachsen 

Nach Abstürzen und Flugverboten: Tui stoppt alle Flüge mit Boeing 737 Max 8 

Der Tui-Konzern hat reagiert. Der umstrittene Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 muss erstmal am Boden bleiben (Archivbild).
Der Tui-Konzern hat reagiert. Der umstrittene Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 muss erstmal am Boden bleiben (Archivbild).
Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa

Hannover . Der weltgrößte Reisekonzern Tui stoppt nach dem Flugverbote für die Boeing 737 Max 8 in Deutschland und Großbritannien alle Flüge mit dem umstrittenen Flugzeugtyp.

Der Schritt umfasse alle Fluggesellschaften des Konzerns, teilte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Hannover mit.

Tui-Konzern hat 15 Boeing-Max-Maschinen

Kunden, die von diesem Mittwoch an auf Flüge mit einer der 15 Boeing-Max-Maschinen gebucht sind, will der Konzern auf seiner Internetseite über Änderungen der Reisepläne informieren.

Flugverbote in Großbritannien und Deutschland

Zuvor hatte die britische Luftfahrtbehörde mitgeteilt, dass sie nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien den Luftraum von Großbritannien für Maschinen dieses Typs sperrt. Die Anordnung werde bis auf Weiteres in Kraft sein, hieß es. Tui betonte nun, das Unternehmen folge dieser Anordnung.

Deutschland legte dann nach: Auch der deutsche Luftraum wurde für die Maschinen gesperrt. "Sicherheit geht absolut vor. Bis alle Zweifel ausgeräumt sind, habe ich veranlasst, dass der deutsche Luftraum für die Boeing 737 Max ab sofort gesperrt wird", sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dem Sender n-tv.

Tui hat bei seinen Airlines in Großbritannien und den Benelux-Ländern insgesamt 15 Maschinen des Typs im Einsatz.

Die deutsche Tochter Tuifly soll ihre erste Maschine der Reihe erst in einigen Wochen bekommen. Zuvor hatte Tui wiederholt betont, dass die Jets sicher seien und der Konzern sie weiterhin in der Luft lasse.

Boeing in Indonesien und Äthiopien abgestürzt

Nach zwei Abstürzen innerhalb weniger Monate von baugleichen Jets wenden sich viele Airlines wie die norwegische Airline Norwegian und Luftfahrtbehörden aus Furcht vor einem technischen Problem von diesem neuen Flugzeugtyp ab.

Fast die Hälfte der rund 350 seit 2017 ausgelieferten Maschinen bleibt infolge des Flugzeugabsturzes einer 737 Max 8 in Äthiopien am Sonntag mit 157 Toten inzwischen am Boden.

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA stellte für Dienstagabend eine Bewertung der Situation aus ihrer Sicht in Aussicht. Ein Sprecher der Behörde mit Sitz in Köln widersprach allerdings Gerüchten, dass eine Sperrung des europäischen Luftraum s für den Maschinentyp geplant sei.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA erließ bisher kein Startverbot für die Maschinen. "Diese Untersuchung hat gerade erst begonnen, und uns liegen bislang keine Daten vor, um Schlussfolgerungen zu ziehen oder Maßnahmen zu ergreifen", hatte die FAA am Montag (Ortszeit) mitgeteilt. (dpa/ck)