Niedersachsen 

JVA Sehnde: Tuberkulosekranker Häftling stirbt – jetzt schaltet sich die Staatsanwaltschaft ein

In der JVA Sehnde war ein Häftling bei seinem Haftantritt mit Tuberkulose infiziert. Jetzt ist er gestorben - sein Tod ist ein Fall für die Justiz in Hannover (Archivbild).
In der JVA Sehnde war ein Häftling bei seinem Haftantritt mit Tuberkulose infiziert. Jetzt ist er gestorben - sein Tod ist ein Fall für die Justiz in Hannover (Archivbild).
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Sehnde. Der Tod eines Häftlings aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Sehnde wird zum Fall für die Staatsanwaltschaft Hannover. Der Mann aus Somalia war Ende Januar im Krankenhaus gestorben - vermutlich an Tuberkulose (TBC).

Häftling war bereits mit TBC infiziert

Das Brisante: Laut Justizministerium war der 35-Jährige schon vor seiner Haft an mit der ansteckenden Lungenkrankheit infiziert. Das bestätigte die Behörde jetzt der "Nordwest-Zeitung" (NWZ).

In dem Fall gibt es also offene Fragen: Wurde bei den Eingangs-Untersuchungen in Sehnde geschlampt? Haben die JVA-Ärzte bei der medizinischen Versorgung Fehler gemacht?

Unklar ist auch noch, ob die TBC-Erkrankung letztlich zum Tod des Somaliers führte. Der Obduktionsbericht liegt noch nicht vor.

Tuberkulose ist ansteckend

Klar aber ist: Tuberkulose ist tückisch und ansteckend. Laut JVA wurden inzwischen alle Personen, die länger mit dem Verstorbenen in Kontakt waren, untersucht. Demnach haben sich weder Mitinsassen noch Bedienstete bei ihm angesteckt.

Schon vor ein paar Jahren hatten sich Häftlinge der JVA Sehnde laut der NWZ über schlechte Arbeitsbedingungen und mangelhafte medizinische Versorgung beschwert. (ck)