Niedersachsen 

Impfen in Apotheken? Ärztekammer-Chefin zieht den Tattoo-Vergleich

Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker (Archivbild).
Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker (Archivbild).
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Hannover. Niedersachsens Ärztekammer-Präsidentin Martina Wenker hält nichts davon, Impfungen auch in Apotheken zu ermöglichen. "Apotheker haben Impfen nicht gelernt, Ärzte schon", sagte die Medizinerin der dpa.

Zwar könne man schnell lernen, eine Spritze zu setzen, allerdings könnten nur Ärzte die Impfverantwortung übernehmen. Dies beinhalte unter anderem, aktuelle Erkrankungen festzustellen und Impf-Reaktionen zu behandeln.

Wenker: Apotheker wollen gar nicht impfen

"Ich habe auch mit Apothekern darüber gesprochen: Die wollen diese Aufgabe gar nicht übernehmen", sagte Wenker. Ärztliche Tätigkeiten sollten ausschließlich von Ärzten erbracht werden. "Auch Tattoos dürfen nur von Ärzten entfernt werden."

Spahn mit Impf-Vorstoß

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits im Herbst gesagt, dass er sich Impfungen in Apotheken vorstellen kann.

Angesichts der gestiegenen Zahl von Masernfällen ist eine Debatte über eine Impfpflicht entbrannt.

Eine generelle Impfpflicht hält die Ärztekammer Niedersachsen laut ihrem Sprecher für "nicht realistisch". Minister Spahn ist für verpflichtende Masern-Impfungen für Kinder in Kitas und Schulen. "Aus meiner Sicht macht es bei Gemeinschaftseinrichtungen Sinn", sagte er kürzlich. (dpa)