Niedersachsen 

Niedersachsen: Gefängnisse setzen jetzt auf diese neue Technik

JVA in Wolfenbüttel: In den Gefängnissen in Niedersachsen sollen Dolmetscher demnächst per Video zugeschaltet werden. (Archivbild)
JVA in Wolfenbüttel: In den Gefängnissen in Niedersachsen sollen Dolmetscher demnächst per Video zugeschaltet werden. (Archivbild)
Foto: dpa

Hannover.  In den Gefängnissen in Niedersachsen können Dolmetscher für 60 Sprachen künftig über Video zugeschaltet werden.

Das Videodolmetschen solle die Abläufe im Justizvollzug vereinfachen und beschleunigen, teilte das Justizministerium in Hannover am Freitag mit. Ende Februar saßen Häftlinge aus 89 Staaten in den niedersächsischen Haftanstalten.

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Videodolmetschen in Gefängnissen in Niedersachsen vor allem zu Haftbeginn

"Sprache ist der Schlüssel zu allem, auch in einem Gefängnis", sagte Justizministerin Barbara Havliza (CDU). Das Videodolmetschen soll den nach Angaben nach insbesondere eingesetzt werden, wenn Gefangene in einer Haftanstalt aufgenommen werden.

Im Erstgespräch gehe es häufig darum, ob Selbstmordgefahr besteht, ob Verwandte benachrichtigt werden müssen oder ob psychische Auffälligkeiten zu erkennen sind. Aber auch danach könne Videodolmetschen helfen - sei es bei medizinischen Fragen oder Verständigungsschwierigkeiten.

Testläufe haben gut funktioniert

"Es gab erste Testläufe, wo das gut funktioniert hat", sagte ein Ministeriumssprecher. Die Kommunikation der Justizvollzugsanstalten mit den Übersetzern eines kommerziellen Dienstes laufe über gesicherte IT-Verbindungen. Je nach Sprache könnten die Dolmetscher nach 5 bis 120 Minuten auf eine Anfrage reagieren.

Das neue System könne viele teure und aufwendige Anreisen von Übersetzern in die Haftanstalten ersetzen. (dpa/lin)