Niedersachsen 

Trotz Maserntodesfall in Hildesheim: Gesundheitsministerin Reimann mit deutlichen Worten

Nach einem Maserntodesfall in Hildesheim findet Gesunderheitsministerin Carola Reimann (SPD) deutliche Worte.
Nach einem Maserntodesfall in Hildesheim findet Gesunderheitsministerin Carola Reimann (SPD) deutliche Worte.
Foto: dpa/ Fotomontage: news38

Hannover/Hildesheim. Trotz eines Maserntodesfalls im Landkreis Hildesheim lehnt Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann eine gesetzliche Impfpflicht weiter ab.

„Dieser Todesfall ist tragisch. Der Familie gilt meine Anteilnahme und mein Beileid“, sagte die SPD-Politikerin. Er zeige einmal mehr, dass Masern keine harmlose Erkrankung seien und wie wichtig der Impfschutz sei. „Auch in diesem Fall sehen wir, dass eine Impfpflicht für Kinder am eigentlichen Problem vorbeigeht, die größten Impflücken bestehen bei Erwachsenen“, betonte Reimann.

Deshalb sollten alle nach 1970 geborenen Menschen ihren Masern-Impfschutz kontrollieren und gegebenenfalls nachholen.

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Hildesheim: Person verstirbt an Masern

Wie am Dienstag bekannt wurde, hatte sich die 30 bis 40 Jahre alte Person im Landkreis Hildesheim noch impfen lassen, nachdem im Umfeld der Familie eine Masernerkrankung aufgetreten war. Jedoch hatte sich der oder die Betroffene vorher schon angesteckt.

Eine erste Obduktion des im April gestorbenen Patienten ergab, dass Wildviren, nicht Impfviren, die Infektion ausgelöst hatten. Aus Datenschutzgründen teilt der Landkreis keine näheren Informationen mit.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will verpflichtende Masern-Impfungen für Kita- und Schulkinder mit Geldstrafen bis 2500 Euro und einem Ausschluss vom Kita-Besuch durchsetzen. Die Impfpflicht soll ab 1. März 2020 gelten, wie aus einem Gesetzentwurf hervorgeht. (dpa)