Niedersachsen 

Pistorius: Keine Toleranz für Schüsse bei Hochzeitskorsos 

Die Polizei stoppt einen Hochzeitskorso. Zuletzt waren aus solchen Konvois heraus auch Schüsse gefallen (Archivbild).
Die Polizei stoppt einen Hochzeitskorso. Zuletzt waren aus solchen Konvois heraus auch Schüsse gefallen (Archivbild).
Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Hannover. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat sich für entschiedenes Vorgehen der Polizei gegen ausufernde und von Gewalt begleitete Hochzeitskorsos ausgesprochen.

Wenn Teilnehmer einer solchen Hochzeitsgesellschaft meinten, sie könnten aus einer Schreckschusspistole schießen und den Verkehr auf einer Autobahn lahmlegen, dann könne und werde die niedersächsische Polizei dies nicht tolerieren, sagte Pistorius am Dienstag im Landtag.

Die rechtlichen Möglichkeiten zum Vorgehen gegen ein solches Verhalten seien komplett ausreichend. Pistorius betonte, die Fallzahlen bei Verstößen von Hochzeitskorsos in Niedersachsen lägen seit Jahresbeginn im einstelligen Bereich. "Wir wollen das nicht verharmlosen, aber auch nicht größer machen als es ist."

AfD: "Auch hier wird gescheiterte Integration deutlich"

Die Fraktion der AfD hatte die Hochzeitskorsos zum Thema im Landtag gemacht. Der AfD-Abgeordnete Jens Ahrends forderte härtere Strafen und verwies darauf, dass die Teilnehmer ausufernder Hochzeitsgesellschaften meist türkischen und arabischen Hintergrund hätten. "Auch hier wird gescheiterte Integration deutlich."

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Ende April hatte in Hannover ein 19-Jähriger aus einem Hochzeitskorso heraus mit einer Schreckschusswaffe in die Luft geschossen. Polizisten stoppten den Wagen später und entdeckten bei einer Durchsuchung die Schreckschusswaffe samt Munition, wofür der 19-Jährige nicht die erforderliche Genehmigung hatte.

Hochzeitskonvoi legt A2 bei Hannover lahm

Einen Tag zuvor hatte ein Hochzeitskonvoi die A2 bei Hannover in langsamer Fahrt auf allen Fahrspuren blockiert. Im März waren in Braunschweig aus einem Hochzeitskonvoi heraus Schüsse abgefeuert worden. Im Februar lief eine Hochzeitsparty in Sassenburg aus dem Ruder, auch hier fielen Schüsse. (dpa/ck)