Niedersachsen 

Einsatz im Zoo Hannover: Spürhunde üben den Ernstfall im Zoo – wegen dieser Bedingungen

Die Personenspürhunde der Polizei werden im Zoo trainiert, um sich in Umgebungen mit starken Gerüchen nicht ablenken zu lassen. Das hier ist Hummel, eine acht Jahre alte Hannoversche Schweißhündin.
Die Personenspürhunde der Polizei werden im Zoo trainiert, um sich in Umgebungen mit starken Gerüchen nicht ablenken zu lassen. Das hier ist Hummel, eine acht Jahre alte Hannoversche Schweißhündin.
Foto: Christophe Gateau/dpa

Hannover. Immer der Nase nach ist das Motto für die Spürhunde der Polizei. In ganz Niedersachsen sind sie im Einsatz. Den Ernstfall trainieren sie im Zoo in Hannover und das hat einen guten Grund.

Hummel wartet im Auto. Nadine Leifeld zieht sich Handschuhe an und nimmt das Hundegeschirr aus dem Fahrzeug. Wenn die Polizeikommissarin es der acht Jahre alten Hannoverschen Schweißhündin anlegt, weiß diese ganz genau, dass sie nun im Arbeitsmodus ist.

Spürhunde üben den Ernstfall im Zoo Hannover: Nur dort gibt es diese Arbeitsbedingungen

Als Personenspürhündin der Polizeidirektion Lüneburg ist Hummel in ganz Niedersachsen im Einsatz. An diesem Tag trainiert sie unter erschwerten Bedingungen im Zoo Hannover - mit vielen tierischen und menschlichen Gerüchen.

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Aus einer Tüte nimmt Hummel eine Geruchsprobe, und dann rennt sie auch schon los. Die Spürnase dicht am Boden, läuft sie zielstrebig durch den Zoo. Jeden Schlenker, den die zu findende Person zuvor gemacht hat, läuft die Hündin nach. Dabei ist sie unglaublich schnell, Kindergeschrei und die Tiere stören sie nicht. Kurz darauf hat sie die Zielperson vor dem Giraffengehege gefunden und bekommt eine Belohnung.

Hummel hat Routine und mehr als 1000 Einsätze hinter sich. "Sie hat ihren Job gut gemacht", sagt Leifeld zufrieden. Mit anderen Gerüchen, Regen oder weiteren Einflüssen müsse die Hündin klarkommen, dafür ist sie ausgebildet, betont die Aus- und Fortbildungsleiterin bei den Personenspürhunden.

Viele Gerüche können den Hund ablenken

"Im Zoo gibt es viele tierische und menschliche Gerüche sowie herumwuselnde Kinder, das ist anders als in einer Wohnsiedlung", erklärt Leifeld. Die Polizei hat bei diesem Training getestet, ob sich die Hunde ablenken lassen oder professionell ihren Job erledigen. "Wir trainieren in allen Einsatzgebieten, die uns begegnen können: Wohngebiete, Innenstädte oder im Wald", berichtet die Polizeikommissarin. Da gebe es große Unterschiede - die Suche in einem 500-Einwohner-Dorf ist etwas ganz anderes als in einer Großstadt mit viel Verkehr und Lärm.

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Die Personenspürhunde werden für die Suche nach vermissten oder hilflosen Menschen wie zum Beispiel Senioren, die aus einer Einrichtung verschwunden sind, oder Kindern eingesetzt. Auch nach Suizidgefährdeten suchen die Vierbeiner. Außerdem helfen sie, Tatstrecken zu rekonstruieren: Wo ist der Täter langgelaufen? "Damit erhalten wir wichtige Ermittlungsergebnisse", erklärt Leifeld. Das Team ist in Celle stationiert. Insgesamt seien es derzeit fünf Personenspürhunde, ab Juni komme ein sechster hinzu, sagt die Polizeikommissarin.

Diese Hunderasse eignet sich besonders zum Aufspüren von Menschen

Die Hunde sind nach ihrer Ausbildung in der Lage, der individuellen Geruchsspur eines Menschen auch über weite Entfernungen und nach längerer Zeit zu folgen. Hannoversche Schweißhunde eignen sich durch ihre Nasenleistung, ihre hohe Konzentrationsfähigkeit, ihre genetische Disposition und ihre Ausdauer hervorragend für das Verfolgen von Duftspuren. Diese Spuren sind so individuell wie eine DNA oder ein Fingerabdruck. Sie sind nicht veränderbar, nicht abwaschbar und können nicht verhindert werden.

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Auch Amber hat die versteckte Person im Zoo Hannover schnell gefunden. "Sie hat gute Entscheidungen getroffen und war absolut konzentriert", sagt Diensthundeführer Timo Schulz.

Mit elf Monaten ist Amber noch sehr jung. "Nur kurzfristig war sie von den vielen Gerüchen und Menschen abgelenkt - aber genau deshalb trainieren wir das ja", betont Schulz. (dpa/fb)