Niedersachsen 

Niels Högel: So soll Klinik-Mördern jetzt das Handwerk gelegt werden

Ein Gutachter hatte Niels Högel Schuldfähigkeit attestiert, zugleich aber auffällige Persönlichkeitsstörungen festgestellt.
Ein Gutachter hatte Niels Högel Schuldfähigkeit attestiert, zugleich aber auffällige Persönlichkeitsstörungen festgestellt.
Foto: dpa

Als Konsequenz aus der Mordserie durch Ex-Pfleger Niels Högel hatte der Landtag in Hannover ein neues Krankenhausgesetz verabschiedet. Es verpflichtet alle Kliniken, bis 2022 Stationsapotheken und Arzneimittelkommissionen einzurichten. Der Ausbau sei jetzt schon auf gutem Wege, so die Apothekerkammer Niedersachsen.

Nach Klinikmorden: Niels Högel verurteilt

Die Stationsapotheken sollen die Ausgabe von Medikamenten überwachen. So soll ein ungewöhnlich hoher Medikamentenverbrauch wie im Fall Högel künftig schneller auffallen. Das Landgericht Oldenburg hatte den früheren Pfleger wegen 85 Morden in der vergangenen Woche zu lebenslanger Haft verurteilt.

Anonymes Meldesystem soll auf Missstände aufmerksam machen

Das in diesem Jahr in Kraft getretene Gesetz verpflichtet leitende Ärzte und Pfleger außerdem zu Mortalitätskonferenzen. Dort sollen Todesfälle und Komplikationen in Kliniken genau untersucht werden. Ein anonymes Meldesystem soll dem Personal die Möglichkeit geben, auf Missstände oder kriminelles Verhalten aufmerksam zu machen.

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Solche Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung und zum Schutz der Patienten seien schon vor der Gesetzesnovellierung etabliert worden, sagte der Geschäftsführer der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG), Helge Engelke, der dpa. So gebe es in einer Vielzahl von Kliniken schon lange Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen, die Todesfälle systematisch aufarbeiten. Auch hätten Krankenhäuser bereits vor Jahren Fehlermeldesysteme eingeführt, bei denen zum Teil auch anonyme Meldungen möglich seien.