Niedersachsen 

Festnahme in Osnabrück: Mann will sich in die Luft sprengen

Die Polizei nahm den Mann in Osnabrück fest - und verhinderte womöglich Schlimmeres (Symbolbild).
Die Polizei nahm den Mann in Osnabrück fest - und verhinderte womöglich Schlimmeres (Symbolbild).
Foto: Oliver Berg / dpa
  • Ein Mann droht damit, seiner Familie etwas anzutun und sich selbst in die Luft zu sprengen.
  • Die Behörden nehmen den aus dem Libanon stammenden 33-Jährigen daraufhin in Präventivhaft.
  • Wie ernsthaft war die Drohung? Und gibt es einen islamistischen Hintergrund?

Hannover/Osnabrück .  Die Sicherheitsbehörden haben in Osnabrück einen 33-Jährigen in Haft genommen, der angekündigt hat, dass er sich in Berlin in die Luft sprengen wollte. Der aus dem Libanon stammende Mann habe angedroht, Personen aus seiner Familie etwas anzutun, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag im Landtag in Hannover.

Der Mann ist als Gewalttäter bekannt und wurde als Hochrisikofall im Bereich häuslicher Gewalt eingestuft. Er habe angekündigt, er wolle den Märtyrertod sterben, sagte Pistorius.

Der Mann war erst im Februar aus dem Gefängnis entlassen worden und wurde am Mittwoch festgenommen. Das Amtsgericht erklärte ein Langzeitgewahrsam aus Gründen der Gefahrenabwehr für zulässig, der Mann bleibt zunächst für 14 Tage in Haft.

Osnabrück: Behörden prüfen Hintergrund und Gesundheitszustand

Ein islamistischer Hintergrund kann nach dpa-Informationen nicht ausgeschlossen werden, die Behörden hatten den Mann aber bislang nicht wegen islamistischer Umtriebe im Visier. Der Hintergrund der Drohung werde nun geklärt - ebenso die Ernsthaftigkeit und die Frage, ob der Mann möglicherweise auch psychisch gestört ist.

Das im Mai beschlossene neue niedersächsische Polizeigesetz ermöglicht für eine bessere Terrorismus-Bekämpfung eine Präventivhaft für Gefährder von bis zu 35 Tagen. Nach einem ähnlichen Fall von angedrohter Gewalt hatte die niedersächsische Polizei vor einem Jahr einen 19-Jährigen aus Bielefeld eine Woche lang in Langzeitgewahrsam genommen.

Familienmitglieder hatten angegeben, dass der junge Mann ihnen von einer Radikalisierung und einer nicht näher konkretisierten Gewalttat berichtet habe. Die Drohung erwies sich als gegenstandslos. (dpa)