Niedersachsen 

RAF-Terroristen: Hinweisflut beim LKA Niedersachsen – ist eine heiße Spur dabei?

Ein Fahndungsplakat des LKA Niedersachsen nach zwei ehemaligen Mitgliedern der Rote Armee Fraktion (RAF), Burkhard Garweg (r.) und Ernst-Volker Staub (l.) (Archivbild).
Ein Fahndungsplakat des LKA Niedersachsen nach zwei ehemaligen Mitgliedern der Rote Armee Fraktion (RAF), Burkhard Garweg (r.) und Ernst-Volker Staub (l.) (Archivbild).
Foto: dpa
  • Suche nach Ex-RAF-Terroristen.
  • Polizei geht neuen Hinweisen nach.
  • Gibt es ein Untergrund-Netzwerk?

Hannover. Ein neuer Fahndungsaufruf nach drei früheren Mitgliedern der Roten Armee Fraktion hat dem Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) binnen drei Wochen gut 20 neue Hinweise beschert. Ob sich daraus eine konkrete Spur ergibt, konnte das LKA am Montag noch nicht sagen.

LKA Niedersachsen fahndet mit Fotos nach RAF-Trio

Anfang Juni hatte das LKA neue, allerdings mehr als 30 Jahre alte Fotos von Daniela Klette (61) veröffentlicht. Gemeinsam mit den Ex-Terroristen Ernst-Volker Staub (65) und Burkhard Garweg (50) soll sie teils mit schwerer Waffengewalt vor allem in Norddeutschland Geldtransporter, Kassenbüros und Supermärkte überfallen haben.

Garweg, Klette und Staub gehören zur sogenannten dritten Generation der RAF. Auf ihr Konto sollen mehrere Morde gehen, so an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991).

Überfälle in Wolfsburg und Cremlingen

Nach Jahrzehnten im Untergrund gerieten die drei Linksterroristen wieder ins Visier der Polizei – unter anderem sollen sie Überfälle in Wolfsburg und Cremlingen begangen haben. Gefahndet wurde nach dem RAF-Trio im Anschluss in Norddeutschland, den Niederlanden, wohin eine Spur wies, sowie in Spanien, Frankreich und Italien.

"Die Zielfahndung läuft. Wir lassen nicht locker, klopfen jeden Hinweis ab, drehen jeden Stein um", sagte LKA-Präsident Friedo de Vries der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

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Er halte es für realistisch, dass Klette, Staub und Garweg unter falschem Namen ein ganz gewöhnliches Leben führten. "Nicht zwangsläufig zu dritt, sondern jeder für sich. Sie gehen vielleicht arbeiten und abends mit dem Hund spazieren."

So sehen die Gesuchten aus:

Die Ermittler prüften aber auch die Möglichkeit, dass ein Netzwerk von Unterstützern den Ex-RAF-Mitgliedern ein Leben im Untergrund möglich macht. Er sehe das aber skeptisch, sagte der LKA-Chef. "Denn je mehr Helfer das Trio hat, desto größer ist die Gefahr aufzufliegen."