Niedersachsen 

Niedersachsen: Weil stellt sich hinter Seenot-Retterin Rackete – und hofft auf die Justiz

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, hat sich zum Thema Seenotrettung positioniert (Archivbild).
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, hat sich zum Thema Seenotrettung positioniert (Archivbild).
Foto: Christophe Gateau/dpa

Hannover. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat der in Italien festgenommenen Seenotretterin Carola Rackete seine Hochachtung ausgesprochen. "Ohne der italienischen Justiz vorzugreifen, habe ich persönlich große Hochachtung vor der Kapitänin und ihrem humanitären Einsatz", sagte Weil der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Montag).

Stephan Weil: "Unerträgliche Zuspitzung"

Dem italienischen Innenminister Matteo Salvini warf Weil eine "unerträgliche Zuspitzung" der Situation vor. Er hoffe sehr, "dass es nun mithilfe der italienischen Justizbehörden eine ruhige und sachliche Regelung dieser Angelegenheit geben kann."

Am frühen Samstagmorgen war die Kapitänin der "Sea-Watch 3" auf der sizilianischen Insel Lampedusa festgenommen worden. Am 12. Juni hatte das Schiff vor Libyen Bootsflüchtlinge aufgenommen und seither auf die Zuweisung eines sicheren Hafens gewartet.

Mitte vergangener Woche steuerte die Kapitänin in die Hoheitsgewässer Italiens. Die "Sea-Watch 3" legte in der Nacht zum Samstag nach mehr als zwei Wochen auf offener See mit 40 Migranten an Bord unerlaubt im Hafen der italienischen Insel Lampedusa an.

Carola Rackete wuchs in Niedersachsen auf

Die Beschlagnahme des Schiffs wurde angeordnet. Rackete drohen eine Geldstrafe, mehrere Anklagen und im schlimmsten Fall Haft. Rackete ist bei Kiel geboren und in Niedersachsen aufgewachsen.