Niedersachsen 

Niedersachsen: Weil warnt vor rechter Gewalt - "Hemmschwelle gesunken"

Stephan Weil (SPD), niedersächsischer Ministerpräsident, warnt nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke vor weiteren rechtsextremen Gewalttaten. (Archivbild)
Stephan Weil (SPD), niedersächsischer Ministerpräsident, warnt nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke vor weiteren rechtsextremen Gewalttaten. (Archivbild)
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hannover. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) warnt nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke vor weiteren rechtsextremen Gewalttaten. "Man sieht am Fall Lübcke, dass die Gefahr von rechtem Terror alles andere als gebannt ist", sagte Weil der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Weil: "Grenze zur Gewalt in vielen Fällen überschritten"

Viele Kommunalpolitiker berichteten ihm, dass der Ton ihnen gegenüber rauer geworden sei. "Es ist tatsächlich so, dass die Grenze zur Gewalt in vielen Fällen überschritten wird, viel öfter als früher."

Für die Eskalation habe er keine abschließende Erklärung. "Aber mein Eindruck ist schon, dass die Hemmschwelle bei Meinungsäußerungen wesentlich gesunken ist."

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Vor allem in sozialen Netzwerken beleidigten viele Nutzer andere Menschen. "Dann ist es wahrscheinlich auch nur eine Frage der Zeit, dass auch die Hemmschwelle zur Gewalt sinkt und aus verbalen dann tätliche Übergriffe werden", sagte Weil.

Lübcke durch Kopfschuss ermordet

Auch Lübcke war vor seiner Ermordung wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden. Der CDU-Politiker war Anfang Juni mit einem Kopfschuss getötet worden. Der in dem Fall unter Mordverdacht stehende Stephan E. war schon vor Jahren mit Kontakten in die rechtsextreme Szene aufgefallen. (dpa)