Niedersachsen 

Seenotrettung im Mittelmeer: Flüchtlingsrat will mehr Hilfe - "Niedersachsen hält sich leider demonstrativ zurück"

Rettungsaktion auf dem Mittelmeer: Ein Baby wird in ein Rettungsboot gebracht.
Rettungsaktion auf dem Mittelmeer: Ein Baby wird in ein Rettungsboot gebracht.
Foto: Olmo Calvo/AP/dpa

Hildesheim. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen hat an die Landesregierung appelliert, mehr für aus Seenot im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge zu tun. "Niedersachsen hält sich leider demonstrativ zurück", sagte der Geschäftsführer des Flüchtlingsrates, Kai Weber, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Flüchtlingsrat: "Bedenkliche Entwicklung"

"Die gegenwärtige Blockade ist peinlich und unverständlich." Vor einigen Jahren noch habe Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) deutlich für einen humanitären Kurs Position bezogen.

Jetzt gebe es "eine bedenkliche Entwicklung hin zu mehr Abschiebungen." Der Flüchtlingsrat kritisierte auch die neue zentrale Abschiebebehörde in der Nähe des Flughafens Hannover.

Seebrücke Braunschweig setzt Zeichen

Der Flüchtlingsrat hatte zur Teilnahme an den Protestaktionen der Organisation Seebrücke am Samstag aufgerufen. Bundesweit demonstrierten Tausende Menschen für eine Entkriminalisierung der Seenotretter im Mittelmeer. In Braunschweig waren es rund 150 Aktivisten.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte am Mittwoch gesagt, dass er die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete gern persönlich kennenlernen würde. Rackete habe sich beeindruckend für die Seenotrettung eingesetzt und verdiene höchste Anerkennung, sagte der Regierungschef. (dpa/ck)