Niedersachsen 

So arm ist Niedersachsen – vor allem die Kinder leiden

206.088 Kinder und Jugendliche waren zuletzt in Niedersachsen auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen (Symbolbild).
206.088 Kinder und Jugendliche waren zuletzt in Niedersachsen auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen (Symbolbild).
Foto: dpa

Hannover. In Niedersachsen waren im Jahr 2017 rund 1,24 Millionen Menschen von Armut bedroht. Die Armutsgefährdungsquote ging nach einem Rekordwert ein Jahr zuvor leicht auf 15,8 Prozent zurück. Das geht aus einem am Freitag vorgestellten Bericht (PDF) des Landesamts für Statistik hervor, den das Sozialministerium herausgibt.

Niedersachsen: Schwelle zur Armut liegt bei 980 Euro netto

Die Schwelle zur Armutsgefährdung lag für einen Einpersonenhaushalt in Niedersachsen demnach bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 980 Euro.

Würde der bundesweite Wert von 999 Euro angesetzt, läge die Quote in Niedersachsen bei 16,7 Prozent und damit einen Prozentpunkt über dem Wert von 2012. Mittel- und langfristig sei das Armutsrisiko trotz immer neuer Rekordstände bei der Erwerbstätigkeit gestiegen.

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Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass mehr als jeder Vierte im Alter von 18 bis 24 Jahren als armutsgefährdet galt.

Zudem seien 206.088 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen gewesen. Die Quote lag damit in dieser Altersgruppe bei 15,5 Prozent im Vergleich zu 9,4 Prozent in der Gesamtbevölkerung.

Reimann: "Jedes Kind in Armut ist ein Kind zu viel"

"Auch wenn die Zahlen zurückgehen, ist jedes Kind in Armut ein Kind zu viel", sagte Sozialministerin Carola Reimann (SPD). Um Familien aus der Armut zu holen, setze sich das Land etwa für die Einführung einer Kindergrundsicherung ein und fördere Projekte zur Teilhabe von Kindern aus Familien mit geringen Einkommen. (dpa)