Niedersachsen 

Exzesse bei Hochzeitskorsos – jetzt zieht Niedersachsen Konsequenzen

Eine Polizistin steht vor den Fahrzeugen eines türkischen Hochzeutskorsos (Archivbild).
Eine Polizistin steht vor den Fahrzeugen eines türkischen Hochzeutskorsos (Archivbild).
Foto: Thomas Kraus/dpa

Hannover. Korsos, Schüsse und Blockaden - derzeit erregen türkische Hochzeiten einiges Aufsehen. Niedersachsen will jetzt konsequent gegen von Gewalt begleitete Hochzeitskorsos vorgehen.

Die Polizei dürfe gefährliche Verkehrsverstöße, den Einsatz von Pyrotechnik sowie den Gebrauch von Schuss- und Schreckschusswaffen nicht tolerieren, heißt es in einem Erlass des Innenministeriums. Zuvor hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" darüber berichtet.

Niedersachsen geht gegen gefährliche Hochzeitskorsos vor

Demzufolge sollen die Beamten entschieden handeln, indem sie den Teilnehmern an gefährlichen Hochzeitskorsos die Weiterfahrt untersagen, ihre Führerscheine beschlagnahmen und die Wagen sicherstellen.

"Auch bislang wurden alle rechtlichen Mittel eingesetzt, um gegen Hochzeitskorso vorzugehen, wenn diese den Straßenverkehr gefährlich behindern oder Schusswaffen gebraucht wurden", sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Freitag in Hannover. Man wolle mit dem Erlass alle Polizisten ermutigen, diese Mittel anzuwenden.

Auch Fälle in Braunschweig und Gifhorn

In diesem Jahr wurden in Niedersachsen bisher sieben Vorfälle bei Hochzeitskorsos gemeldet.

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Wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervorgeht, gab es mehrere problematische Korsos, darunter auch zwei in Braunschweig und einen in Gifhorn. In vier Fällen wurde geschossen. Die Teilnehmer stammten aus türkischen, kurdischen und libanesischen Familien. (dpa/aj/ck)