Niedersachsen 

Wetter in Niedersachsen: Etliche Feuerwehreinsätze nach schweren Gewittern – Rollt jetzt etwa die nächste Hitzewelle auf uns zu?

Steht schon bald wieder die nächste Hitzewelle an?
Steht schon bald wieder die nächste Hitzewelle an?
Foto: imago images

Am Samstagnachmittag wurde es in Teilen von Niedersachsen ungemütlich: Ab 16.30 Uhr sollten laut Deutschem Wetterdienst (DWD) Gewitter über Niedersachsen hinwegziehen. Am Sonntag soll sich das Wetter beruhigt haben. Steht jetzt etwa die nächste Hitzewelle an?

Wetter in Niedersachsen: Nach schweren Unwettern in Niedersachsen - Hochsommer kommt zurück

„Die Unwetter sind begleitet von Starkregen zwischen 15 und 25 l/qm in kurzer Zeit, Hagel und Sturmböen bis 85 km/h“, kündigte der DWD an. Lokal können die Gewitter auch unwetterartig ausfallen mit der Gefahr von Hagel um 3 Zentimeter Durchmesser und heftigem Starkregen um 30 l/qm innerhalb einer Stunde.

Zusätzlich bestand die Gefahr vor schweren Sturmböen um 100 km/h, auch orkanartige Böen bis 110 km/h waren nicht ausgeschlossen.

Mehrere Einsätze für die Feuerwehr während des Unwetters in Niedersachsen

Im Landkreis Gifhorn schlug bei den Unwettern am Samstagabend der Blitz in ein Einfamlienhaus. Das Dach brannte lichterloh. Die Feuerwehr war mit 100 Einsatzkräften vor Ort. Eine 17-Jährige wurde durch einen Stromschlag leicht verletzt. >>> mehr dazu hier

Doch nicht nur im Landkreis Gifhorn, auch ein leerstehendes Stallgebäude im Kreis Osnabrück geriet am Samstag nach einem Blitzeinschlag in Brand. Die Bewohner eines landwirtschaftlichen Anwesens in Glandorf hörten nach Polizeiangaben vom Sonntag einen lauten Knall und bemerkten unmittelbar darauf, dass das Dach des Gebäudes in Flammen stand. Menschen wurden nicht verletzt, rund 90 Feuerwehrleute löschten den Brand.

Bäume stürzen auf Fahrbahn, Blitze schlagen ein

Bei einem Sturm während eines Gewitters im Landkreis Osterholz stürzten fünf große Bäume auf eine Kreisstraße und verursachten erheblichen Schaden an Asphalt sowie Geh- und Radwegen. Die Straße soll bis mindestens Montag gesperrt bleiben. Entwurzelte Bäume die über den Hafenkanal hinwegragten, haben auch den Skipper-Treff vom Fluss Hamme abgeschnitten. Feuerwehr und die Straßenmeisterei waren mehrere Stunden mit Räumungsarbeiten beschäftigt.

Gullydeckel durch Starkregen herausgedrückt

Auch die Polizei in Goslar berichtet von mehreren herausgedrückten Gullydeckeln aufgrund der Wetterlage. Dadurch wurden aber keine Personen verletzt. Auch Sachschaden konnte die Polizei zum Glück nicht feststellen.

Außerdem musste die Polizei eine Veranstaltung wegen des Unwetters absagen. Besucher des „K:O:A - Kirchberg Open Air" mussten das Gelände verlassen. Auch das „Kleine Fest im Großen Garten“ in Hannover wurde abgesagt.

Leser Dominik Lüdtke hat uns ein Video vom Unwetter am Samstagabend in Goslar zugeschickt. Solche großen Hagelkörner hat er gefilmt:

Diese Städte in der News38-Region waren von der Gewitter-Warnung betroffen:

  • Helmstedt
  • Hildesheim
  • Gifhorn
  • Wolfenbüttel
  • Goslar
  • Peine
  • Wolfsburg
  • Braunschweig
  • Salzgitter

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Die Wetter-Aussichten für die kommenden Tage

Am Sonntag sind die Gewitter dann wieder abgezogen. Stattdessen ziehen nur noch selten Schauer übers Land. Die Höchstwerte liegen zwischen 21 und 27 Grad. Der Wind weht mäßig bis frisch aus Südwest bis West.

Ab Montag kommt der Hochsommer zurück. Der Tag beginnt freundlich, später verhängen Wolken den Blick auf die Sonne. Meteorologe Dominik Jung von wetter.net spricht von einer Hitze-Blase, die von Spanien, Frankreich hinweg nach Deutschland zieht.

In den nächsten Tagen sollen sich dann Sonne und Wolken abwechseln. Am Mittwoch könnten nach der jetzigen Vorhersage dann auch wieder Höchsttemperaturen von 37 (!) Grad erreicht werden. In Braunschweig beispielsweise soll es am Donnerstag so heiß werden.

Wetter-Experte mit Warnung: Der Regen fehlt!

Auch wenn das Sommer-Wetter die meisten freuen dürfte, verweist Jung auf einen besorgniserregenden Umstand: „Deutschland braucht unbedingt flächendeckende Schauer.“ Auch wenn es die vergangenen Tage relativ kühl war, blieb Regen größtenteils aus. „Kühle Temperaturen ändern nichts an der Dürre. Dem Boden ist egal, ob es 20 oder 30 Grad hat.“ In Mecklenburg-Vorpommern sorgte die anhaltende Trockenheit bereits für verheerende Waldbrände.

Doch auch die neue Hitze-Welle bringt vorerst keinen Regen mit sich. (mb, js mit dpa)