Niedersachsen 

Hildesheim: Volksverhetzung – Ex-SS-Mann (96) muss auf die Anklagebank

Anklage wegen Volksverhetzung nach ausgestrahltem Interview mit NDR-Reportern
Anklage wegen Volksverhetzung nach ausgestrahltem Interview mit NDR-Reportern
Foto: dpa

Hildesheim. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat Anklage gegen einen früheren SS-Mann wegen Volksverhetzung und der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener erhoben.

Dem heute 96 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, dass er in einem Interview mit dem ARD-Politikmagazin "Panorama" über das Massaker der SS im nordfranzösichen Ascq den Holocaust heruntergespielt und den französischen Zivilisten Schuld an ihrem Schicksal gegeben habe.

SS-Massaker in Ascq: 86 Zivilisten getötet

"Soviel Juden hat es damals gar nicht gegeben", sagte er in die Kamera. Das mit den Juden werde Adolf Hitler immer angehängt. Die Zahl stimme aber nicht, sie sei längst widerlegt. Außerdem wünsche er sich manchmal Hitler zurück, weil der ja "durchgegriffen" habe.

Wenige Tage vor Ostern 1944 wurden bei dem Massaker 86 Zivilisten von Waffen-SS-Mitgliedern als Racheakt für einen vorangegangenen Sprengstoffanschlag auf einen Transportzug willkürlich getötet.

Ex-SS-Mann wird überfallen

Der jetzt Angeklagte war Anfang des Jahres in seiner Wohnung in Nordstemmen überfallen und beraubt worden. (dpa/ck)