Niedersachsen 

Babys ohne Hände geboren – gibt es auch Fälle in Niedersachsen?

Nach einer Häufung von Handfehlbildungen bei Neugeborenen in einer Klinik in Gelsenkirchen will auch Niedersachsen mehr Informationen einholen. Dazu soll bei Krankenhäusern in allen Ländern abgefragt werden, ob ähnliche Fehlbildungen aufgefallen sind. (Symbolbild)
Nach einer Häufung von Handfehlbildungen bei Neugeborenen in einer Klinik in Gelsenkirchen will auch Niedersachsen mehr Informationen einholen. Dazu soll bei Krankenhäusern in allen Ländern abgefragt werden, ob ähnliche Fehlbildungen aufgefallen sind. (Symbolbild)
Foto: imago images / blickwinkel

Hannover. In einer Klinik in Gelsenkirchen sind gleich drei Babys mit Handfehlbildungen zur Welt gekommen – binnen kürzester Zeit. Eine ungewöhnliche Häufung. Jetzt prüft auch das Land Niedersachsen, ob es hier vergleichbare Fälle gegeben hat.

Babys ohne Hände in Gelsenkirchen: Niedersachsen fragt nach

„Wir haben nach Bekanntwerden der Fälle in NRW alle niedersächsischen Plankrankenhäuser mit einer Geburtshilfe um Auskunft gebeten, ob dort entsprechende Fehlbildungen aufgetreten sind. Die Abfrage läuft noch“, teilte das Gesundheitsministerium Niedersachsen gegenüber news38.de mit.

Babys mit Handfehlbildungen geboren - nur Zufall?

Bislang gebe es keine Erkenntnisse, dass es auch in Niedersachsen eine Häufung solcher Fälle gegeben hat. Ergebnisse der seit Montag laufenden Abfrage sollen in der kommenden Woche vorliegen. Auch andere Bundesländer haben entsprechende Umfragen bei Kliniken gestartet.

Im Sankt Marien-Hospital in Gelsenkirchen-Buer waren in zwölf Wochen drei Babys mit fehlgebildeten Händen geboren worden. „Das mehrfache Auftreten jetzt mag auch eine zufällige Häufung sein. Wir finden jedoch den kurzen Zeitraum, in dem wir jetzt diese drei Fälle sehen, auffällig“, hatte die Klinik mitgeteilt.

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Ethnische, kulturelle oder soziale Gemeinsamkeiten der Herkunftsfamilien gebe es übrigens in diesen konkreten Fällen nicht.

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Fehlbildungen dieser Art habe man in der Klinik viele Jahre nicht gesehen, hieß es. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte verwies darauf, dass Fehlbildungen bei Neugeborenen sehr unterschiedliche Ursachen haben könnten und forderte ein bundesweites Register.

Mögliche Ursachen für die Fehlbildungen bei Babys laut Klinik:

  • statistisch gesehen werden circa ein bis zwei Prozent aller Neugeborenen mit einer Fehlbildung unterschiedlicher Ausprägung geboren
  • Fehlbildungen von Extremitäten können beispielsweise während der Schwangerschaft durch Infektionen oder Noxen unterschiedlicher Art auftreten
  • auch eine Abschnürung von Extremitäten durch Amnionbänder oder Nabelschnurumschlingungen seien denkbar

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erläuterte in Berlin, Nordrhein-Westfalen koordiniere gerade, dass es überhaupt eine Datenerhebung gebe.

Es gelte zunächst die Faktenlage zu klären, ob es tatsächlich zu gehäuften Fehlbildungen gekommen sei. Spahn warnte davor, „durch Spekulationen aller Art“ Menschen zu verunsichern. (dpa/ck)