Niedersachsen 

Flughafen Hannover: Frau aus Salzgitter erlebt Horror-Landeanflug – „Es war totenstill!“

Eine Frau wollte aus Gran Canaria nach Hause fliegen. Landeziel: Flughafen Hannover. Doch der Flug wird für sie zum Horror.
Eine Frau wollte aus Gran Canaria nach Hause fliegen. Landeziel: Flughafen Hannover. Doch der Flug wird für sie zum Horror.
Foto: imago/imagebroker/Flightradar/Collage

Hannover/Salzgitter. Eigentlich wollte Jutta aus Salzgitter nach einem schönen Urlaub in Gran Canaria nur entspannt nach Hause fliegen. Ihr Landeziel: Der Flughafen Hannover. Doch der Rückflug sollte für sie zum Horror werden.

Gegen 17.33 Uhr ist ihr Flieger am 2. Oktober in Gran Canaria gestartet. Um 0.06 Uhr sollte die Maschine landen. Ihr Mann Helmut stand bereits am Flughafen Hannover und erwartete seine Frau und den gemeinsamen Sohn.

Flughafen Hannover: Landung wird zum Horror für Familie aus Salzgitter

„Als ich die Anzeige gesehen habe, habe ich mich erst gefreut", erinnert Helmut sich. Denn eigentlich sollte die Maschine um 0.20 Uhr landen. Doch die Landung sollte wohl früher als geplant stattfinden.

Als er dann jedoch einen Blick auf die Uhr warf, die Minuten vergingen und immer noch kein Flieger in Sicht war, wurde er stutzig. „Ich wusste, da stimmt was nicht“, sagt der Salzgitteraner. „Mir haben die Knie gezittert.“ Das Schlimmste für ihn: Niemand habe ihm erklärt, warum sich die Landung nun doch verzögert.

Flugzeug landet inmitten von Blaulicht

Gegen 0.50 Uhr dann endlich Erleichterung: Seine Frau und sein Sohn landeten am Flughafen. Allerdings inmitten von Blaulicht. „Da waren zahlreiche Krankenwagen und Feuerwehrwagen“, erzählt Helmut.

Auf der Rückfahrt nach Salzgitter habe seine Frau ihm dann ausführlich von dem Flug erzählt. „Sie hat mir nur gesagt, dass sie Todesangst hatte“, erzählt Helmut. Im Flugzeug habe man ihr nicht erklärt, warum sie minutenlang über Hannover kreisen. Nur so viel: Schlechte Sichtverhältnisse.

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„Das ich nicht lache“, sagt Helmut im Gespräch mit news38.de. „Vorher konnten auch zig Maschinen landen, wieso dann die plötzlich nicht mehr?“. Er ist sauer. Am meisten verärgert ihn, dass seine Familie bis jetzt keine Erklärung bekommen hat.

Condor: Crew ist geschult, Passagiere zu informieren

Eine Sprecherin von Condor erklärt hingegen auf Nachfrage von news38.de, dass die Crew-Mitglieder für einen solchen Fall aber durchaus geschult sind, genaue Anweisungen zu geben. Danach fokussiere sich die Cockpit-Crew aber vorrangig auf die Fehlermeldung, sagt eine Sprecherin. Schließlich stünde die Sicherheit der Passagiere an erster Stelle.

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„Im Flieger hat keiner gekreischt, es war totenstill“

Für Jutta waren es dennoch schreckliche Minuten im Flugzeug. „Es war totenstill im Flieger“, erinnert sie sich. Sie habe zwar ruhig neben ihrem Sohn im Flugzeug gesessen, doch die Angst war allgegenwärtig.

Am schlimmsten sei es gewesen, als dann plötzlich die Lichter im Flugzeug angingen. Auch die an den Notausgängen. „Es war ganz hell“, sagt Jutta. Ganz anders als sonst bei einem Landeanflug bei Nacht. Denn da werden die meisten Lichter ausgeschaltet.

Ihr gemeinsamer Sohn habe die Augen geschlossen und sich vorgestellt, dass er in einem Flugsimulator sitzt. „Dann könne gar nichts passieren“, sagt Helmut. Er ist einfach nur froh, dass er seine Familie unversehrt mit nach Hause nehmen konnte.

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Das sagt der Flughafen Hannover zu dem Vorfall

Doch die Frage, was da los war, beschäftigt ihn auch noch die Tage danach. News38.de hat beim Flughafen Hannover nachgefragt. Ein Sprecher bestätigt, dass die Feuerwehr in der Nacht ausgerückt ist.

Warum, das konnte er jedoch nicht sagen. Nur so viel: Wenn die Crew des Flugzeuges sich meldet, dann ist es die Pflicht, die Feuerwehr loszuschicken. Das sei auch am 3. Oktober der Fall gewesen. Eine Condor-Sprecherin betont, dass das ein Standardprozedere ist.

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Das ist der Flughafen Hannover-Langenhagen:

  • Eröffnung 1952
  • Knapp 6,3 Millionen Passagiere im Jahr
  • Beliebtester Anflugsflughafen: Palma de Mallorca

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Flightradar zeigt: Condor-Maschine war länger als geplant unterwegs

Bei Flightradar lässt sich zumindest nachverfolgen, dass es eine kreisförmige Flugbewegung über dem Flughafen Hannover gab. Auch wird ersichtlich, dass der Flug länger dauerte als geplant. So war die Maschine statt 4 Stunden und 23 Minuten für 5 Stunden und 9 Minuten in der Luft. Hier kannst du den Flug nachverfolgen <<<<<<<<.

Jutta hofft, dass sie ganz bald eine Rückmeldung bekommt. „Die Fantasie macht natürlich Rabatz“, sagt sie. Und hofft: Vielleicht war alles gar nicht so schlimm.

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Das sagt Condor zu dem Flug

Und Condor kann tatsächlich Entwarnung geben. Eine Sprecherin bestätigt, dass es auf dem Flug zu einer Fehlermeldung für die Landeklappen kam. „Da Sicherheit im Flugbetrieb zu jedem Zeitpunkt höchste Priorität hat, entschied sich die Cockpit-Crew ins sogenannte 'Holding' zu gehen“, sagt eine Sprecherin.

Das bedeutet, dass das Flugzeug eine Schleife über dem Flughafen fliegt, um der Meldung nachzugehen. „Der Fehler konnte währenddessen behoben werden“, betont die Sprecherin von Condor.

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Über die Fehlermeldung sei dann auch der Flughafen in Kenntnis gesetzt worden. Diese lief dann die Flughafenfeuerwehr ausrücken. „Das Flugzeug landete um 0.48 Uhr sicher und ohne besondere Vorkommnisse am Flughafen Hannover“, sagt eine Sprecherin und betont: „Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die 165 Gäste und sechs Crewmitglieder.“ (abr)