Niedersachsen 

Hannover: Conti mit krachendem Milliardenverlust – Tausende Jobs in Gefahr

Baukräne stehen auf der Baustelle für die neue Konzernzentrale von Continental.
Baukräne stehen auf der Baustelle für die neue Konzernzentrale von Continental.
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hannover/Region38. Conti schwächelt weiter! Die schwächer werdende Autokonjunktur und eine Milliarden-Abschreibung haben den Zulieferer Continental im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Unterm Strich verbuchte der Konzern von Juli bis September einen Verlust von fast zwei Milliarden Euro.

Wie das Unternehmen am Dienstag in Hannover mitteilte, lag dies zwar zum Großteil am „Einmaleffekt“ verringerter Firmenwerte aus früheren Übernahmen sowie Kosten für ein kürzlich gestartetes Umbauprogramm.

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Aber auch im laufenden Geschäft sank das bereinigte operative Ergebnis deutlich um ein Fünftel auf noch knapp 615 Millionen Euro.

Laufendes Geschäft noch etwas solider

Angesichts der schwierigen Lage der Autoindustrie sprach Conti-Chef Elmar Degenhart von einer noch vergleichsweise soliden Entwicklung - „trotz des weiterhin rückläufigen Marktumfeldes“.

Der Umsatz stieg dank Wechselkurseffekten und Zukäufen leicht um 3 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro.

Continental baut massiv um

Conti ist dabei, sich neu zu erfinden. Das Programm „Transformation 2019-2029“ baut den Konzern um - weg von Hydraulik und Verbrenner-Technik, hin zu mehr Elektronik, Software und E-Mobilität.

Die Kernbereiche sind assistiertes und autonomes Fahren, Vernetzung, Dienstleistungen, die stabile Reifensparte sowie das Geschäft mit Industrie- und Endkunden. Die Mitarbeiter sollen qualifiziert werden, es dürfte jedoch auch Stellenstreichungen geben.

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Bis 2023 könnten die Umstrukturierungen bei Continental rund 15.000 Arbeitsplätze betreffen, 5000 davon in Deutschland. Degenhart hatte gesagt, dass Kündigungen nicht auszuschließen seien - jedoch nur als “allerletztes Mittel“.

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Zugleich entstehen neue Jobs. Ende September beschäftigte das Unternehmen in aller Welt mehr als 242.000 Menschen. (dpa/ck)