Niedersachsen 

„Lost Places“ in Niedersachsen: Diese zehn verlassenen Orte musst du gesehen haben!

„Lost Places“ haben ihre ganz eigene Magie. Wir zeigen dir, welche Plätze du in Niedersachsen unbedingt gesehen haben musst!
„Lost Places“ haben ihre ganz eigene Magie. Wir zeigen dir, welche Plätze du in Niedersachsen unbedingt gesehen haben musst!
Foto: imago/Rolf Kremming

Niedersachsen. Eigentlich sind diese Orte schon längst in Vergessenheit geraten – die „Lost Places“ in Niedersachsen. Doch immer wieder begeben sich Entdecker auf die Reise, um jene Orte wieder in Erinnerung zu rufen.

Lost Places“ – das sind Orte, die vor Jahren verlassen wurden, an denen es kein Leben mehr gibt. Und doch üben sie für viele eine magische Anziehungskraft aus. Weil sie etwas Geheimnisvolles, ja manchmal sogar etwas Unheimliches ausstrahlen. Das kannst du auch in Niedersachsen erleben.

„Lost Places“ gibt es auch in Niedersachsen

Auf der ganzen Welt gibt es „Lost Places“. Viele sind mittlerweile sogar regelrecht berühmt – und damit gar nicht mehr so verlassen. Zu den bekanntesten Plätzen gehört beispielsweise der Themenpark „Zauberer von Oz“ in North Carolina. Aber auch die Geisterstadt Craco in Italien.

Doch wer „Lost Places“ entdecken möchte, muss nicht unbedingt erst in ferne Länder reisen. Auch in Niedersachsen gibt es viele bekannte Plätze. Zehn davon wollen wir dir genauer vorstellen.

Diese Orte musst du gesehen haben:

Villa Nordstern

Seit 1990 gibt es kein Leben mehr in den vier Wänden der Villa Nordstern in Lehrte. Doch einst war sie ein belebtes Haus. Denn die goldene Villa mit den spitzen schwarzen Türmen war schon Firmensitz, Kinderheim und Wohnung.

2004 wurde das Grundstück von der Stadt Lehrte an eine Privatperson verkauft. Der städtische Projektentwickler möchte aus dem Grundstück nun einen Kindergarten machen. Die Arbeiten laufen bereits.

Freizeitpark Kirchhorst

Freizeitpark Kirchhorst

Wo früher die Kinder fröhlich auf dem Karussell gelacht haben, ist heute nur Stille zu hören. Der ehemalige Freizeitpark Kirchhorst steht seit 1985 leer – er galt als Vorzeigepark in Sachen besonderen Attraktionen.

Schon seit Jahren erobert die Natur sich langsam ihr Gelände zurück. Und so verwandelt sie den Park in einen verwunschenen Schauplatz. Der leider aber auch immer wieder Opfer von Vandalismus wird. Auch wurden bereits einige der Attraktionen verkauft, geklaut oder beschmiert.

Doch so ganz will die Stadt ihren alten Freizeitpark nicht verkommen lassen. Noch ist zwar nichts beschlossen, aber eine Pferdepension, ein Streichelzoo und ein Radweg waren schon im Gespräch.

Haus Eichengrund

Das Haus Eichengrund an der A352 in der Wedemark ragt wie ein altes Hexenhäuschen auf dem Waldstück empor. Noch heute liegen dort viele Bücher und Fotos von schönen Erinnerungen auf dem Boden verteilt herum. Fotos hängen noch an der Wand. Auch ein brauner Ohrensessel ist durch die Fenster zu erkennen. Die Stadt Hannover hat die Hütte allerdings abgesperrt.

Holländischer Pavillon Expo 2000

Der Holländische Pavillon sollte bei der Expo 2000 eigentlich das Aushängeschild für ökologisches Bauen auf engstem Raum sein. Heute steht er für Verfall auf ganzer Linie – und ist nicht mehr wieder zu erkennen.

Einst ein Hochhaus aus gestapelten Landschaften, zieren heute nur noch Graffiti die Wände. Doch das soll ein Ende haben: Die graue Betonburg soll dieses Jahr einem Hochschulstandort und einem Studentencampus mit 400 Mikrowohnungen weichen.

Waisenhaus Braunschweig

So langsam verwandelt sich das einstige kleine Schwimmbad in ein Waldbad. Ein Kinderwagen steht noch mitten im Raum. Und die Gänge und Zimmer erzählen noch heute von unzähligen Kindern, die über die Jahre hinweg das große Waisenhaus in Braunschweig ihr Zuhause nannten.

Der zweite Weltkrieg zerstörte die Einrichtung völlig, heute gleicht das Grundstück einer Ruine. Es sind keine Fenster mehr vorhanden. Die Wände sind mit Graffiti beschmiert.

Hotel Harzburger Hof

Einst war das Hotel Harzburger Hof das Aushängeschild des Kurortes Bad Harzburg. Heute sei es eher „die Zahnlücke“ des Ortes, sagt der Bürgermeister. Einst war das Gebäude prunkvoll, heute ist es eine Brandruine. Die Wände sind verkokelt und dreckig.

In den Räumen sind nur noch morsche, eingefallene Bretter zu finden. Die Stadt plant schon seit Jahren einen Neubau im Stil des alten Hotels. Doch die Rechte um das Grundstück und dessen Bebauung sind zwischen der Stadt und den Investoren noch nicht klar aufgeteilt.

Anna-Forcke-Stift

Anna-Forcke-Stift

Lange Zeit galt das Wohnheim Anna-Forcke-Stift in Barsinghausen als ein Trumpf der früheren Architektur im 20. Jahrhundert – weil jedes Zimmer angeblich einen eigenen Wasseranschluss hatte.

Seit nunmehr 21 Jahren steht das Haus leer. Doch die Eheleute Andrea und Ernst Wildhagen haben das Haus laut der „Hannoverschen Allgemeinen“ gekauft. Sie wollen das Gebäude in ein Hospiz verwandeln. Doch die Baupläne verzögern sich seit 2017 immer wieder.

Lokal Landhaus-Terrassen

Einst war es eines der beliebtesten Ausflugsziele am Rande Hannovers – heute ist es nur noch ein verfallenes, altes Lokal. Die Landhaus-Terrassen haben ihre besten Zeiten hinter sich. Immer wieder hatte die Stadt neue Pläne zur Nutzung, doch so richtig passte keiner zum vorgestellten Baukonzept.

Mittlerweile sehen die Landhaus-Terrassen eher wie ein Geister-Restaurant aus.

Bunker Haltenhoffstraße Hannover

Eigentlich hätte dieser Bunker in der Haltenhoffstraße in Hannover gar nicht gebaut werden dürfen. An der Haltehoffstraße steht der kalte graue Betonklotz mit riesigen Löchern in den Wänden. Die wurden zur Sicherung in den Bunker gesprengt, weil dieser seit seiner Entstehung 1942 eigentlich gar nicht hätte so stehen dürfen. Die gültigen Abstände zu anderen Gebäuden wurden nicht eingehalten und so ist der Bunker auch heute unbenutzbar.

Er wurde im Zweiten Weltkrieg als Schutzraum vor Bombenangriffen und als Krankenhaus verwendet. In dem ehemals voll eingerichteten Operationssaal konnten auch während den Angriffen schwer Verletzte not versorgt werden.

Kapelle Wolfenbüttel

Seit Jahren befindet sich die Kapelle St. Johannis in Wolfenbüttel im Dornröschenschlaf. Sie ist seit 20 Jahren im Besitz der Stadt – und verriegelt. Angeblich gibt es in der Glockengasse wunderschöne viktorianische Malereien, zu sehen bekommt sie allerdings niemand.

Ein Investor möchte gerne die alten Malereien erhalten und ein Kunstprojekt aus der Kirche machen. Doch der Plan kann dauern, da im Moment der anliegende Park nur als Friedhof genutzt werden kann. (el)