Niedersachsen 

Flughafen Hannover: Diese Riesen-Airline will den Airport zukünftig anfliegen

Der Chef von Qatar Airways, Al Baker, interessiert sich für eine Präsenz der Fluglinie in Hannover.
Der Chef von Qatar Airways, Al Baker, interessiert sich für eine Präsenz der Fluglinie in Hannover.
Foto: dpa

Hannover. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil war bis Dienstag in Katar, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Staat weiter auszubauen. Der SPD-Politiker besuchte mit einer großen Wirtschaftsdelegation das Emirat am Persischen Golf. Und dabei sei es auch um den Flughafen Hannover gegangen.

Der katarische Staatsfonds QIA hält 17 Prozent der Stimmrechte bei Volkswagen, er ist auch an weiteren deutschen Unternehmen wie der Deutschen Bank, Siemens oder Hapag-Lloyd beteiligt. Weil und die Firmenvertreter wollen die Beziehungen mit Doha in Wirtschaft und Wissenschaft ausbauen. Dabei soll es auch um mögliche neue Projekte gehen – wie den Flughafen Hannover.

Flughafen Hannover im Auge einer riesigen Airline

Die Fluggesellschaft Qatar Airways hat laut NDR ein Auge auf den Standort Hannover geworfen. Die Stadt sei ein wichtiger Industriestandort, sagte der Chef der Fluggesellschaft, Akbar Al Baker, nach einem Gespräch mit Weil.

Dass Flieger aus dem Emirat direkt in Niedersachsen landen, ist zurzeit nicht möglich, weil sämtliche Flugrechte in der EU schon vergeben sind. Al Baker erklärte zudem, dass Qatar Airways eine Beteiligung an der Lufthansa anstrebe. „Wenn es eine Möglichkeit gibt, in Lufthansa zu investieren, dann würden wir das gern machen.“

VW-Aufsichtsrätin sieht Chance im Abgasskandal

Am Sonntag sprach Weil zunächst in Katars Hauptstadt Doha mit dem stellvertretenden Premier und Außenminister des Emirats, Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani. Beraten will sich Weil auch mit seiner Co-Kontrolleurin bei VW, Hessa al-Dschabir. Der Investment-Arm der QIA besitzt nach den Familien Porsche/Piëch und dem Land Niedersachsen den drittgrößten VW-Anteil.

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Mit QIA-Chef Mansur bin Ibrahim Al Mahmud spricht Weil am Montag. Anschließend ist ein Besuch der „Education City Doha“ geplant - hier lehren und forschen inzwischen etliche Frauen als Jungprofessorinnen. Darüber hinaus geht es um „grünen“ Städtebau in der Metropole Doha.

Bereits der zweite Besuch in Katar für Weil

Weil war im vergangenen Jahr vom Emir eingeladen worden, nach 2015 ist es der zweite Besuch des Ministerpräsidenten in Katar. Die reiche Monarchie lebt insbesondere von ihren riesigen Erdgasvorkommen, richtet ihre Wirtschaft aber bereits seit längerem auf zusätzliche Felder wie Finanzen, Tourismus, Bauwirtschaft oder Luftverkehr aus.

Der Golf-Staat stelle seine Auslandsbeteiligungen zunehmend breiter auf, daher hätten auch andere Branchen Chancen auf Aufträge, sagte Weil. Er gehe von „einer gewissen Offenheit gegenüber Vorschlägen und Projekten aus Niedersachsen für eine vertiefte Zusammenarbeit“ aus. Als größter Exporteur verflüssigten Erdgases (LNG) soll Katar etwa am Aufbau von Hafen-Infrastruktur und Gasterminals interessiert sein. (dpa/fb)