Niedersachsen 

Dschungelcamp: Staatsanwaltschaft zerrt Mutter von Kandidatin vor Gericht – weil sie sich DAS nicht verkneifen konnte

Prozess um Dschungelcamp-Reise: Die als Zeugin in einem Prozess gegen ihre Mutter geladene Nathalie Volk geht zum Landgericht. (Archivbild)
Prozess um Dschungelcamp-Reise: Die als Zeugin in einem Prozess gegen ihre Mutter geladene Nathalie Volk geht zum Landgericht. (Archivbild)
Foto: dpa/Philipp Schulze

Lüneburg. Das Dschungelcamp ist erneut Thema vor Gericht. Oder besser gesagt die Reise der Mutter von Teilnehmerin Nathalie Volk nach Australien.

Wieder beschäftigt sich das Landgericht Lüneburg mit dem Fall – nun voraussichtlich zum letzten Mal.

Hintergrund ist, dass die Mutter von Dschungelcamp-Teilnehmerin Nathalie Volk ihre Tochter zum RTL-Dreh begleitet hat. Die Lehrerin hatte sich ihre Krankschreibung erschlichen. Dafür wurde sie übrigens bereits zu einer Geldstrafe verurteilt.

Dschungelcamp-Reise landet vor Gericht

Nun sollte es in einem Disziplinarverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg darum gehen, die Beamtin endgültig aus dem Dienst zu entfernen.

Die Landesschulbehörde strebt diesen Schritt an – die Lehrerin hatte zuvor Berufung gegen eine entsprechende Entscheidung des Verwaltungsgerichts Lüneburg eingelegt.

Das Urteil ist am heutigen Dienstag gefallen. Demnach ht die Lehrerin ihren Beamtenstatus verloren. Das Urteil ist rechtskräftig.

+++Dschungelcamp 2020: Die Kandidaten – RTL nennt Start-Datum+++

Der Dschungelcamp-Prozess im Überblick

  • das Amtsgericht Soltau verhängte 2017 eine Geldstrafe
  • das Landgericht Lüneburg verurteilte sie Lehrerin wegen des Gebrauchs eines gefälschten Krankenscheins zu einer Geldstrafe, dabei reduzierte das Gericht die verhängte Strafe auf 90 Tagessätze von je 60 Euro
  • Das Oberlandesgericht Celle bestätigte im August 2018 das vom Landgericht Lüneburg verhängte Urteil und verwarf eine Revision
  • nun beschäftigt sich aktuell das Oberverwaltungsgericht Lüneburg in einem Disziplinarverfahren mit der Lehrerin

Weil sie ungerechtfertigt dem Dienst ferngeblieben war, sei das Vertrauen ihres Dienstherrn und der Allgemeinheit verloren, befand das Verwaltungsgericht bereits im vergangenen April. Die Studienrätin habe einen Persönlichkeitsmangel offenbart, der sie für den öffentlichen Dienst insgesamt untragbar mache.

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Mutter von Nathalie Volk vorläufig suspendiert

In einem Schreiben hatte sich die Frau entschuldigt. Auch wenn der Befund im Attest nicht gestimmt habe, so sei sie doch krank gewesen, hieß es darin.

Der Trip hatte in einem Eilverfahren im Februar 2018 auch schon das Oberverwaltungsgericht beschäftigt. Die Lehrerin sei zu Recht vorläufig vom Dienst suspendiert worden, entschieden die Richter damals. (abr mit dpa)