Niedersachsen 

AfD Niedersachsen: Rechtsruck hat Folgen – jetzt zieht eine Gruppe die Reißleine

"Wir machen das Licht aus" – die Alternative Mitte Niedersachsen fühlt sich innerhalb der AfD unerwünscht. (Symbolbild)
"Wir machen das Licht aus" – die Alternative Mitte Niedersachsen fühlt sich innerhalb der AfD unerwünscht. (Symbolbild)
Foto: imago images/Hartenfelser

Hannover. Die Alternative Mitte (AM) Niedersachsen macht Schluss. Die gemäßigte und kritische Interessengemeinschaft innerhalb der AfD fühlt sich in der Partei inzwischen unerwünscht – und zieht jetzt die Reißleine.

Grund seien die Ergebnisse des AfD-Bundesparteitags in Braunschweig sowie die Reaktionen auf eine AM-Pressemitteilung dazu, heißt es bei Facebook. Eine kritische Stimme wie die der AM sei „vielfach nicht mehr gewollt“.

AfD: Alternative Mitte Niedersachsen zieht sich zurück

Aus Sicht der AM Niedersachsen ist die AfD nach wie vor eine wählbare Option – noch. Die Partei habe sich in Braunschweig tatsächlich gefestigt – rechts der bürgerlichen Mitte.

Wenn es ihr aber nicht gelinge, die Grenzen zum Extremismus geschlossen zu halten, sei sie verloren „und mag einen ähnlichen Weg nehmen, wie ihn etwa die Republikaner einst genommen haben“.

Braunschweig: „Der Flügel“ gewinnt an Macht

Nach den Parteitags-Ergebnissen könne die rechte Gruppierung „Der Flügel“ um Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke innerhalb der Partei als dauerhaft etabliert gelten.

Die Dominanz, die „Der Flügel“ einst einem Bernd Lucke und einer Frauke Petry vorgeworfen habe, strebe er jetzt mit „Galionsfiguren“ wie Björn Höcke und Andreas Kalbitz selbst an – „ohne über seine Rolle und Funktion in der Partei eine sinnvolle Antwort zu geben und ohne dazu legitimiert zu sein“, so die niedersächsische Alternative Mitte.

AfD diffamiert innerparteiliche Kritik als feindlichen Akt

Eine Partei, die dieser Richtung folge und innerparteiliche Kritik als feindlichen Akt diffamiere, werde keine Zukunft haben.

„Vielmehr wird dies dazu führen, dass bürgerliche und freiheitlich denkende Patrioten die AfD enttäuscht in großer Zahl verlassen“, hieß es einige Tage nach dem Parteitag.

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Jetzt sei es an der Partei und ihrer Führung, in der nächsten Zeit zu zeigen, dass die AfD auch nach innen ihre Kritikfähigkeit erhalte und nicht zur „Flügel“-Marionette geworden ist. Die Alternative Mitte Niedersachsen selbst macht das Licht aber aus.

>> Den kompletten AfD-Parteitag zum Nachlesen findest du hier. (red)