Niedersachsen 

Immer mehr Erdbeben in Niedersachsen erwartet – aus diesen Gründen

Ein Zaun schützt eine Erdgasförderanlage bei Verden in Niedersachsen. Die Erdgas- und Erdölförderung soll zuletzt kleinere Erdbeben ausgelöst haben. (Symbolbild)
Ein Zaun schützt eine Erdgasförderanlage bei Verden in Niedersachsen. Die Erdgas- und Erdölförderung soll zuletzt kleinere Erdbeben ausgelöst haben. (Symbolbild)
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hannover. In Niedersachsen hat es zuletzt zwei Erdbeben jährlich gegeben – verursacht durch uns Menschen.

Seit dem Jahr 2000 wurden insgesamt 40 sogenannte „induzierte Erdbeben“ mit einer Stärke von mindestens 2,0 in Niedersachsen registriert. In den 50 Jahren zuvor waren es nur 7. Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Menschgemacht! Mehr Erdbeben in Niedersachsen registriert

Allerdings seien seit 2000 auch sensiblere Messungen möglich und das Messnetz sei ausgebaut worden. Die wahrscheinlich durch die Erdgasförderung verursachten Beben betreffen den Angaben zufolge die Region südlich von Bremen.

+++ Erdbeben in Niedersachsen: Anwohner schockiert –„Alter, alles hat hier gewackelt!“ +++

Hintergrund der Anfrage waren zwei Beben im Landkreis Verden Ende November, deren Stärke mit bis zu 3,2 angegeben wurde.

Eine Seismologin des niedersächsischen Erdbebendiensts hatte danach gesagt: „Einen Trend zu mehr und stärkeren Erdbeben haben wir nicht festgestellt.“

Grüne aus Gifhorn: Erdbeben werden "billigend in Kauf" genommen

Die Grünen-Energiepolitikerin Imke Byl warf der Landesregierung aus SPD und CDU vor, Erdbeben aufgrund der Erdgas- und Erdölförderung „billigend in Kauf“ zu nehmen.

Bei der Genehmigung neuer Bohrungen werde nicht systematisch geprüft, ob das Erdbebenrisiko steige. Die Gifhornerin forderte von der Regierung zudem einen Bericht, welche Schäden die Erdbeben seit 2000 angerichtet haben.

Verden: Unternehmen macht Rückzug!

Immerhin soll es künftig offenbar keine neuen Erdgas-Bohrprojekte im Landkreis Verden mehr geben. Das teilte das entsprechende Unternehmen am Donnerstag mit, berichtet der NDR.

------------------

Mehr von uns:

------------------

Eigentlich sollten in 5.000 Metern Tiefe neue Gas-Vorkommen erkundet und erschlossen werden. Davon nehme das Unternehmen jetzt Abstand wegen der Erdbeben vom 20. November, heißt es. (dpa/ck)