Niedersachsen 

Wolf: Angriffe nehmen zu – Tierhalter gehen auf die Barrikaden „Wir fühlen uns verarscht!“

Wolf-Angriffe in Niedersachsen nehmen zu. Tierhalter gehen jetzt auf die Barrikaden. (Symbolbild)
Wolf-Angriffe in Niedersachsen nehmen zu. Tierhalter gehen jetzt auf die Barrikaden. (Symbolbild)
Foto: imago images/Martin Wagner

Hannover. Immer häufiger greift der Wolf Weidetiere in Niedersachsen an. Deshalb haben Tierhalter jetzt eine drastische Forderung.

Und diese Forderung in Bezug auf den Wolf haben sie vor dem Landtag in Hannover kundgetan.

Wolf: Kundgebung vor dem Landtag Niedersachsen

Rund 50 Tierhalter standen dort mit Bannern, auf denen blutige Bilder gerissener Tiere zu sehen waren. Auch Parolen wie „Die grausame Bestie ist zurück“ waren zu lesen. „Wir fühlen uns verarscht und einfach nicht mehr ernst genommen“, klagt ein Tierhalter am Montag in Hannover an.

Doch das Aktionsbündnis Weidetierhalter hatte nicht nur Banner mitgebracht, sondern auch konkrete Forderungen. Die Tierhalter wollen demnach sogenannte Schutzjagden, um ihre Schäden einzugrenzen.

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Parallel müssten für Wölfe geeignete Lebensräume ausgewiesen werden, in denen sie ungestört leben dürfen. Umweltminister Olaf Lies (SPD) überreichten die Demonstranten eine entsprechende Petition.

Olaf Lies: „Wir können nicht das ganze Land einzäunen“

Lies zeigte Verständnis für die Sorgen der Tierhalter. „Wir können nicht das ganze Land einzäunen“, sagte er. Für Schutzjagden sehe er wegen des EU-Rechts derzeit aber keine Möglichkeit. Der Minister warnte zudem vor einer verbalen Eskalation.

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf hatte vor kurzem bekanntgegeben, dass die Zahl der Angriffe von Wölfen auf Nutztiere im vergangenen Jahr zugenommen hat.

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So gab es 2018 bundesweit 639 gemeldete Wolfsübergriffe mit insgesamt 2067 getöteten, verletzten oder vermissten Nutztieren. Die meisten Übergriffe gab es in Brandenburg (163) und Niedersachsen (151). 2017 waren es in Deutschland noch 472 Übergriffe auf 1667 Nutztiere. (abr mit dpa)