Niedersachsen 

Düstere Aussichten für Niedersachsen: „Wir würden uns wünschen, dass das nicht ...“

Traurig, aber wahr: In Niedersachsen werden auch 2020 über 90 000 Menschen sterben. Die Hauptursachen sind schon jetzt bekannt.
Traurig, aber wahr: In Niedersachsen werden auch 2020 über 90 000 Menschen sterben. Die Hauptursachen sind schon jetzt bekannt.
Foto: imago images / Arnulf Hettrich

Niedersachsen. Düstere Prognose für viele Menschen in Niedersachen: Für mehr als 90 000 Menschen wird das neue Jahr 2020 voraussichtlich auch ihr letztes sein. Ärzte, Polizei und Rettungskräfte wissen schon jetzt, mit welchen Unfällen sie es im Lauf der Monate zu tun haben werden.

Oft spiele Unvorsichtigkeit dem Sensenmann in die Hände. „Wir würden uns wünschen, dass das nicht immer wieder passiert“, sagte Olaf Rebmann, Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen. Große Hoffnung kann man ihm nicht machen.

Niedersachsen: Prognose ist nicht verhalten

Die Prognose von mehr als 90 000 Toten ist nicht gewagt, sondern statistische Erfahrung bei ziemlich genau 8 Millionen Niedersachsen. 2017 starben 93 700 Menschen im Land, 2018 waren es knapp 96 200. Und bevor die Bremer sich zu früh freuen: Im kleinen Nachbarbundesland werden es 2020 um die 8000 Todesfälle sein.

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Dabei werden auch im neuen Jahr die meisten Niedersachsen oder Bremer eines natürlichen Todes sterben. Bei etwa 40 Prozent werden Herz- und Kreislaufkrankheiten die Ursache sein, bei jedem vierten Toten eine Krebserkrankung.

Blitzeis sei „eine nicht kalkulierbare Gefahr“

Der Jahresreigen der etwa 3000 unnatürlichen Todesfälle in Niedersachsen beginnt, kaum dass die Feuerwehr die letzten Brände durch Silvesterböller gelöscht hat. Es ist Winter, dunkel und glatt - gefährliche Zeiten für Autofahrer wie für Radfahrer und Fußgänger. Gerade Blitzeis sei „eine nicht kalkulierbare Gefahr“, sagte Rebmann.

Die Sonne steigt, die Tage werden länger, und die Motorradfahrer holen ihre Maschinen aus der Garage. „Die Fahrer der Zweiräder müssen dann erst wieder in Übung kommen“, meinte Rebmann. Und auch die Fahrer von Autos, Lastwagen oder Treckern müssten sich nach monatelanger Pause erst wieder an Motorräder auf der Straße gewöhnen.

2018 gab es 418 Verkehrstote in Niedersachsen, 80 davon waren Motorradfahrer.

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Vorsicht beim Schwimmen, Springen, Tauchen!

Im Sommer hat Gevatter Tod viele Möglichkeiten, an Opfer zu kommen. Da blendet die Sonne die Autofahrer, da wird in Garten oder Feld gewerkelt, da schwärmen Reiter und Wassersportler aus.

Nur ist Wasser „ein Element, das nicht für den Menschen gemacht ist - mit allen Folgen, die sich daraus ergeben“, sagt Christoph Penning von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Niedersachsen.

Jahr für Jahr warnt die DLRG: Nie das eigene Können und die eigene Fitness überschätzen, nur an bewachten Badestellen ins Wasser gehen, Vorsicht beim Schwimmen, Springen, Tauchen! Und die Realität? 2018 zählten die Wasserretter in Niedersachsen 61 Ertrunkene, bis zum Ende der Badesaison im August 2019 stand die Zählung bei 42 Toten.

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Seen, Teiche oder Flüsse sind nach Pennings Liste die gefährlichsten Orte zum Schwimmen - mehr als der eigene Swimmingpool oder auch die Nordsee. Außerdem sind offenbar Männer eher geneigt, die Warnungen in den Wind zu schlagen. Sie stellen die klare Mehrheit der Badetoten - genauso wie bei den Verkehrstoten oder Brandopfern. Nur beim Tod durch Sturz liegen die Frauen statistisch vorn.

Stürme und Dunkelheit stellen weitere Gefahr dar

Der Herbst kommt, letzte Gelegenheit der Motorradfahrer für jene eine überschnelle Kurvenfahrt zu viel. Die ersten Stürme ziehen über das Land. „Da sollten sich die Bürger nicht unbedingt unter große Bäume und Äste stellen“, rät Feuerwehrmann Rebmann.

Auf den Straßen ist es wie zu Jahresbeginn dunkel, die Sicht ist schlecht. Rebmann: „Und dann kommen wir auch schon in die Adventszeit, und jeder holt die Kerzen raus.“ (dpa)