Niedersachsen 

Niedersachsen: Nach Flammen-Inferno – Frau richtet unfassbar emotionale Worte an den Feuerteufel

In der Silvesternacht 2018/2019 hat ein Feuer Liens Wohnhaus in Niedersachsen komplett zerstört.
In der Silvesternacht 2018/2019 hat ein Feuer Liens Wohnhaus in Niedersachsen komplett zerstört.
Foto: privat
  • In der Silvesternacht 2018/2019 ist ein Wohnhaus in Spieka in Niedersachsen niedergebrannt
  • Die Polizei ermittelt und geht derzeit von Brandstiftung aus, von dem Täter fehlt bislang jede Spur
  • Bewohnerin Lien hat jetzt eine unfassbar emotionale Botschaft an den Feuerteufel gerichtet

Spieka. Mehr als 50 Einsatzkräfte kämpften in der Silvesternacht 2018/2019 gegen ein Feuer-Inferno in Spieka in Niedersachsen. Wohnhaus und die angrenzende Diele standen in Flammen. Doch trotz des stundenlangen Einsatzes war das Wohnhaus nicht mehr zu retten.

Einen Tag nach dem verheerenden Feuer schätzte die Polizei aus Niedersachsen den Schaden auf 200.000 Euro. Die Ermittlungen wurden aufgenommen.

Niedersachen: Feuer-Inferno zerstört Haus in Spieka

Heute, mehr als ein Jahr später, fehlt von dem Täter noch immer jede Spur. Die Polizei Cuxhaven bestätigt gegenüber news38.de, dass sie nach derzeitigem Ermittlungsstand von Brandstiftung ausgeht.

Nun hat sich die Frau zu Wort gemeldet, deren Existenz in der Silvesternacht vor einem Jahr niedergebrannt ist. Noch heute, so sagt sie, fehlen ihr die richtigen Worte. Dennoch wollte sie eine Botschaft hinterlassen. Adressiert an den Brandstifter.

„Ich hoffe sehr, dass du das hier irgendwann liest“

Es ist eine Botschaft, die bereits Hunderte Male bei Facebook geteilt wurde. Und die viele Leser zu Tränen gerührt hat. Es ist aber auch eine Botschaft, mit der Lien darauf aufmerksam machen will, welche Konsequenzen eine solche Tat haben kann.

Konsequenzen, die nicht in einer Pressemitteilung der Polizei erwähnt werden, weil sie einzig und allein die Lebenswelt und die Gedanken der Betroffenen tangieren. „Ich hoffe sehr, dass du das hier irgendwann liest“ – mit diesen Worten beginnt ihr offener Brief, den sie an den Feuerteufel gerichtet hat.

„Hast du dich jemals gefragt, ob noch jemand im Haus ist? Wie es den Tieren ergangen sein muss?“ – Es sind Fragen, die Lien seit mehr als einem Jahr begleiten.

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Katzen sterben in den Flammen in Spieka

Denn ihre beiden Katzen sind dem Feuer zum Opfer gefallen. „Irgendwann war es dann Kampf genug und sie ersticken und verbrennen anschließend qualvoll. Und niemand konnte ihnen helfen. Niemand hätte es verhindern oder gar helfen können. Außer du. Du hast unschuldiges Leben auf die wohl schlimmste Art ausgelöscht.“

Auch ihre Kaninchen hätten den Rauch, das Feuer und die Hitze etliche Stunden miterleben müssen. Ein Foto zeigt, wie verängstigt eines der Tiere am nächsten Tag noch war.

Pferde müssen stundenlang Feuer miterleben

Ebenso hätten die Pferde in der angrenzenden Scheune das Feuer ertragen müssen, ohne flüchten zu können. „Die Panik in ihren Augen werde ich niemals vergessen“, erinnert sich Lien. Glücklicherweise konnte sie die Tiere gemeinsam mit ihrer Familie gleich zu Beginn befreien.

Bis heute kann sie nicht begreifen, was in jener Nacht passiert ist: Wer macht so etwas? War es das wirklich wert? Fragen, die ihr im Kopf rumspuken.

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„Leben ist nicht ersetzbar. Wird es auch niemals sein!“

„Es ist das eine wenn man sein Haus verliert, aber es ist was komplett anderes, wenn dabei ein oder mehrere Lebewesen ihr Leben lassen müssen. Es ist alles ersetzbar, also im Endeffekt hast du damit gar nichts erreicht außer dich eventuell selbst zu schocken mit dem, was du getan hast.

Aber Leben ist nicht ersetzbar. Wird es auch niemals sein.“ Mit diesen Zeilen endet ihr Brief. In der Hoffnung, dass er irgendwann die richtige Person erreicht. (abr)