Niedersachsen 

Niedersachsen: Nach Horrorunfall in Südtirol mit sieben Toten – ein Opfer aus Niedersachsen

Foto: Freiwillige Feuerwehr Luttach/dpa
  • Betrunken und vermutlich zu schnell - so fuhr ein Südtiroler in eine Gruppe junger deutscher Touristen.
  • Am Tag danach starb ein siebtes Opfer im Krankenhaus.
  • Die Behörden ermitteln weiter.

Der schrecklicher Unfall in Südtirol hat ganz Deutschland erschüttert. Ein Auto ist in eine 17-köpfige Reisegruppe gefahren und hat mehrere Menschen getötet und weitere verletzt. Die Opfer stammten aus Deutschland - auch aus Niedersachsen.

Die Zahl der Toten nach dem Unfall in Südtirol hat sich inzwischen auf sieben erhöht. Die grausamen Auswirkungen erstrecken sich dabei bis Niedersachsen.

Niedersachse unter Opfern in Südtirol

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb schrieb, die Patientin sei am späten Nachmittag verschieden. Der zweite schwer verletzte Patient, der in Innsbruck behandelt wird, sei auf dem Weg der Besserung. Das Auto sei gegen 1.00 Uhr nachts in der Nähe von Bruneck in die Gruppe gefahren.

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Bei den Opfern des schweren Verkehrsunglücks in Südtirol handelt es sich nach italienischen Medienberichten um Deutsche zwischen 20 und 25 Jahren. Die Gruppe habe nach einem Abend in einem Lokal an einem Reisebus in Luttach gestanden, als das Auto in die Gruppe gerast sei, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Ein Sprecher der Feuerwehr in Luttach sagte der dpa, die Menschen seien auf der Hauptstraße des Ortes unterwegs gewesen. Vermutlich seien sie ausgegangen. In der Gruppe von Deutschen hätten sich nicht alle untereinander gekannt und nicht alle hätten Dokumente bei sei gehabt, hieß es bei der Polizei.

Südtirol: Raser fährt in Reisegruppe - sieben Deutsche tot

Insgesamt kamen vier junge Frauen und drei junge Männer ums Leben. Die meisten Todesopfer des schweren Verkehrsunfalls in Südtirol stammen nach derzeitigen Erkenntnissen aus NRW, eines der Todesopfer auch aus Niedersachsen.

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„Einer der Getöteten wohnte in Niedersachsen. Mein tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen, aber auch denen aller anderen Todesopfer“, zitierte die Staatskanzlei am Sonntag auf Anfrage Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Wie bekannt wurde, soll das Opfer ursprünglich ebenfalls aus NRW stammen, aber in Niedersachsen studiert haben.

Noch am Unfallort gestorben

Das Fahrzeug war in Luttach im Ahrntal in eine Gruppe aus 17 Menschen gerast. Mehrere seien verletzt worden, einige von ihnen schwer. Eine Frau sei mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Innsbruck in Österreich geflogen worden, so sie nun ihren schweren Verletzungen erlag. Die sechs Menschen seien noch am Unfallort gestorben.

Der Unfallfahrer überlebte. Er kam am Montag nach Bozen ins Gefängnis, wie die Polizei mitteilte. Er war gleich nach dem Unglück in Luttach festgenommen worden, lag aber zunächst im Krankenhaus.

Die Tests der Behörden in Südtirol hatten einen Alkoholwert von fast zwei Promille ergeben. Außerdem gehen die Ermittler von überhöhter Geschwindigkeit aus.

Nach Angaben seines Anwalts bereue er den Unfall im Wintersportort Luttach. Alessandro Tonon sagte der Deutschen Presse-Agentur, sein Mandant habe sich für nicht so stark alkoholisiert gehalten. Ihm drohen wegen der Schwere des Unglücks bis zu 18 Jahre Haft.

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Der 27-Jährige sei sich bewusst, dass er getrunken habe, sagte der Jurist. Aber als er den Wert von fast zwei Promille erfahren habe, sei er verwundert gewesen. Alessandro Tonon ist nach eigenen Angaben Pflichtverteidiger des Mannes. In Italien gilt ähnlich wie in Deutschland eine 0,5-Promille-Grenze - mit strengeren Werten für Anfänger.

Anwalt sagt, sein Mandant wäre lieber selber bei dem Unfall gestorben

Sein Mandant habe gesagt, er sei allein im Unfallwagen gewesen, ergänzte Tonon. Er und seine Freundin hätten sich getrennt. Das habe aber mit dem Unfall vom Sonntag nichts zu tun. Der 27-Jährige habe ihm etwa mitgeteilt: „Es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben anstelle der anderen Menschen.“ Der Jurist rechnet mit einer Vernehmung durch einen Untersuchungsrichter Mitte der Woche.

Die Gegend liegt in Italien an der österreichischen Grenze und ist als Ski- und Wintersportgebiet bekannt. Erst vergangenes Wochenende kamen bei einem Lawinenunglück in Südtirol drei Deutsche ums Leben (jhe mit dpa, AFP)