Niedersachsen 

Hannover Flughafen: Passagiere vertrauen ausgerechnet IHM – und erleben blanken Horror

Reisende gaben am Flughafen Hannover  ihre Autoschlüssel ab – das sollten sie bitter bereuen.
Reisende gaben am Flughafen Hannover ihre Autoschlüssel ab – das sollten sie bitter bereuen.
Foto: imago images / Rust

Hannover. Völlig ahnungslos stiegen Reisende aus ihrem Flieger auf dem Rollfeld am Flughafen Hannover. Von dem Unglück, das sie während ihrer Reise ereilt hatte, wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

Aber nach dem wohlverdienten Urlaub erlebten mehrere Reisende eine bittere und kostspielige Rückkehr in den Alltag – die sollte sogar vor Gericht enden.

Acht Tage lang hatte ein 31-Jähriger die Flugreisenden nämlich zum Narren gehalten. Am Ende flog seine Masche auf. Der Mann hatte vorgegeben, die Fahrzeuge der Urlauber am Flughafen Hannover an einem sicheren Ort zu parken. Dabei handelte es sich jedoch bloß um leere Versprechungen. Bei ihrer Rückkehr mussten das einige Passagier schmerzvoll am eigenen Leib erfahren.

Flughafen Hannover: Urlauber erleben bei Rückkehr Albtraum

Anstatt die Autos sicher zu parken, nutzte er sie selbst – doch nicht nur das. Er verkaufte sogar einen Wagen: Wegen gewerbsmäßigen Betrugs muss sich ein 31-Jähriger seit Dienstag vor dem Landgericht der niedersächsischen Landeshauptstadt verantworten.

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Zum Prozessauftakt legte er für einen Teil der 34 angeklagten Fälle ein Geständnis ab. Laut Anklage hatte er unter falschem Namen auf der Internet-Plattform TravelCar den Service „VIP Parking“ für den Airport Hannover angeboten.

Zum Anfang der Herbstferien 2018 sollen Urlauber dem Mann acht Tage lang ihre Autos gegen eine Gebühr von rund 35 Euro für die Zeitdauer des Urlaubs übergeben haben.

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Flughafen Hannover: Mann klaut Autos von Reisenden

Die meisten Autos wurden nach der Rückkehr der Reisenden an verschiedenen Orten gefunden, teilweise mit Unfallschäden. Ein Wagen war verkauft worden, wie die Ermittler herausfanden.

Mehrere Autos waren mehr als hundert Kilometer gefahren worden, eines wurde in der Nähe der polnischen Grenze sichergestellt. Zudem fehlten später Sonnenbrillen, Schmuck, Schlüssel oder Geld aus den Fahrzeugen.

Zum Prozessauftakt gab es nach Vorschlag des Vorsitzenden Richters ein Verständigungsgespräch, um eine Mammutverhandlung zu vermeiden. Dem Angeklagten wurde eine Strafe zwischen einem Jahr und neun Monaten und zwei Jahren und drei Monaten in Aussicht gestellt, sollte er einen Teil der angeklagten Fälle gestehen.

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Er sitzt seit Mitte Juli in Untersuchungshaft. In seinem Geständnis sagte der 31-Jährige, er habe alleine gehandelt. Die Staatsanwaltschaft war von Mittätern ausgegangen, die allerdings nicht ermittelt werden konnten.

Fast 50 Reisende gehen Betrüger auf den Leim

In der Anklage sind 49 Zeugen aus ganz Deutschland und dem Ausland genannt. Für den Prozess waren zunächst acht Verhandlungstage angesetzt. Nach der Verständigung werde sich das Verfahren voraussichtlich jedoch deutlich abkürzen, sagte ein Gerichtssprecher.

Nächster Verhandlungstermin ist am 27. Januar. (dpa, aj)