Niedersachsen 

Niedersachsen: Experten schlagen Alarm – riesige Probleme für Rentner

71 Prozent der Menschen, die in Niedersachsen von Altersarmut betroffen sind, sind Frauen. (Symbolbild)
71 Prozent der Menschen, die in Niedersachsen von Altersarmut betroffen sind, sind Frauen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Schöning

Menschen in ganz Deutschland schuften ihr Leben lang, um später auch im Alter finanziell gut dazustehen. Viele wissen schon jetzt: das wird nicht reichen. Deswegen sorgen sie privat für ihre Rente vor. Schließen zum Beispiel Riester-Renten ab oder investieren. Für die Bevölkerung aus Niedersachsen sieht es allerdings nicht so rosig aus. Denn wie der „Rentenreport“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt, ist das Risiko, von Altersarmut betroffen zu sein in Niedersachsen sehr hoch.

Innerhalb von zehn Jahren ist die Quote deutlich gestiegen. 2008 lag die Zahl noch bei 12,7 Prozent. 2018 bereits bei 16,3 Prozent. Somit hat jeder siebte in Niedersachsen das Risiko, im Alter in Armut zu leben. Richtig hart trifft das Frauen. Ganze 71 Prozent bekommen nach dem Eintritt in die Rente im vorletzten Jahr weniger als 900 Euro pro Monat. Nur ein Drittel der Männer aus Niedersachsen sind demnach betroffen.

Niedersachsen: Vor allem trifft es unregelmäßige Jobber

„Für viele der 1,9 Millionen niedersächsischen Rentnerinnen und Rentner reicht die gesetzliche Rente nicht aus, um ihren Lebensstandard zu sichern“, erklärt der DBG. Vor allem betroffen sind Menschen, die nicht regelmäßig oder gar nicht in ihrem Leben arbeiten konnten. DGB-Vorsitzender Mehrdad Payandeh aus Niedersachsen ist erschüttert: „Wenn in so einem reichen Land wie unserem die Rente nicht zum Leben reicht – wo sonst? Niedriglöhne und prekäre Jobs führen zwangsläufig zu niedrigen Renten, von denen keiner leben kann.“

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Menschen aus Niedersachsen, die in Teilzeit arbeiten, Minijobs haben oder Kinder erziehen und nicht arbeiten können, müssen mit wenig Geld auskommen. Daher sind private Vorsorgen finanziell meist gar nicht möglich. „Die Basis für gute Renten sind tarifliche Löhne und sichere Arbeitsplätze“, so Payandeh.

DGB Niedersachen fordert geringere Mietkosten

Der Gewerkschafter hat aber eine Idee, dieses Problem zu lösen. Er fordert die Einführung der Grundrente. Auch müsse gegen die hohen Mietkosten etwas getan werden. „Die Landesregierung muss endlich handeln und bezahlbaren, altersgerechten Wohnraum bauen.“

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Den Menschen aus Niedersachsen ist die große Gefahr, im Alter in Armut zu leben, bereits bekannt. Deutschlandweit will die Bewegung „Fridays gegen Altersarmut“ – ein Pendant zu „Fridays for Future“ – am 24. Januar auf die Straße gehen. Mehr zu der Organisation liest du hier <<< (mit dpa)