Niedersachsen 

Bahlsen: Paukenschlag bei Keks-Konzern in Hannover – und der trifft vor allem Verena Bahlsen

Beim Keks-Hersteller Bahlsen soll bald ein neuer Wind wehen. (Symbolbild)
Beim Keks-Hersteller Bahlsen soll bald ein neuer Wind wehen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Joachim Schulz

Hannover. Bahlen steht für Kekse, Lebkuchen und weiteren Köstlichkeiten. Das Familien-Unternehmen aus Hannover ist seit 2018 aber nicht mehr gänzlich in der Hand der Familie Bahlsen. Denn Chef Werner M. Bahlsen (70) hatte sich von seinem Posten zurückgezogen.

Wer übernimmt nun das Ruder? Das ist seit Langem unklar. Ehefrau Susanne Bahlsen und ihr Mann ließen nach einem geeigneten Kandidaten suchen. Ein heißer Favorit war auch Tochter Verena Bahlsen. Doch daraus wird nix.

„Kein Familienmitglied der nächsten Generation wird in die operative Führung des Unternehmens einsteigen“, sagte Werner Bahlsen gegenüber dem „Handelsblatt“. Miterbin Verena und ihre drei Geschwister sind raus. Raus aus den Plänen für die neue Management-Position. Auch soll ihre Berufung in die Chefetage nicht zur Debatte gestanden haben. „Nicht alles, was geschrieben wird, ist richtig.“ Es sollen lediglich Gerüchte gewesen sein.

Bahlsen-Tochter spielt NS-Vergangenheit runter

Dass Verena nicht den Konzern übernimmt, könnte eventuell aber auch daran liegen, dass die Bahlsen-Tochter im letzten Frühjahr für negative Schlagzeilen gesorgt hatte. Sie sprach in einem Interview über die Rolle des Bahlsen-Unternehmens in der NS-Zeit. Der Opa von Verena Bahlsen sowie seine Brüder waren in der NSDAP und haben die SS unterstützt. In dem Bericht spielte die Erbin die Vergangenheit ihrer Vorfahren herunter. Sie sagte: „Wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt.“

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Das kam gar nicht gut an. Der deutsch-jüdische Wissenschaftler Guy Stern äußerte sich. Er sprach davon, dass die Betroffen eine „psychologische Erniedrigung“ verspüren könnten. Vater Werner Bahlsen und auch seine Frau nahmen die Tochter in Schutz. Gestehen Versäumnisse ein. „Wir alle hätten uns früher mit dem Thema beschäftigen müssen“, so Susanne Bahlsen.

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Auch finanziell geht es dem Keks-Hersteller Bahlsen nicht gut. Das Jahr 2018 endete mit 3,3 Millionen Euro Verlust, für 2019 soll es aber einen „ordentlichen Gewinn“ geben.

Nun sucht die Familie Bahlsen nach einem externen Mitarbeiter, der die obersten Etagen des Unternehmens bezieht und die Keks-Dynastie wieder auf Kurs und zu schwarzen Zahlen bringt. (mit dpa)